Russische Zentralbank erhebt schwere Vorwürfe gegen Euroclear
Die russische Zentralbank hat ihre Forderungen in einer Klage gegen die belgische Firma Euroclear auf beeindruckende 18 Trillionen Rubel beziffert, was umgerechnet etwa 195 Milliarden Euro entspricht. Dies geht aus Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass hervor, die sich auf Informationen aus einem Moskauer Gericht beziehen. Euroclear spielt eine zentrale Rolle bei der Verwaltung des im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine in der EU blockierten russischen Vermögens – konkret geht es um circa 185 der insgesamt 210 Milliarden Euro, die in der Europäischen Union eingefroren sind.
Erst vergangene Woche hat die Europäische Union beschlossen, das russische Vermögen dauerhaft einzufrieren, um eine Basis für die allfällige Nutzung der Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine zu schaffen. Diese Entscheidung stieß auf scharfe Kritik von Kirill Dmitrijew, dem Leiter des staatlichen Fonds für Direktinvestitionen. Er warf der EU schwere Fehler und überhastetes Handeln vor und warnte, dass die Nutzung russischer Reserven ohne die Zustimmung der russischen Zentralbank das globale Reservewährungs-System destabilisieren und die allgemeinen Kosten in die Höhe treiben würde.
Die Klage gegen Euroclear wurde am vergangenen Freitag durch die russische Zentralbank vor einem Moskauer Gericht eingereicht. Die Zentralbank wirft dem Depotverwalter illegale und verlustbringende Handlungen vor. Laut ihren Angaben sei dies eine Reaktion auf die von der EU-Kommission offiziell erwogenen Mechanismen zur Nutzung des russischen Vermögens. Analysten vermuten, dass hiermit der erste Schritt zu möglichen Gegenmaßnahmen gegen noch existierende europäische Investitionen in Russland eingeleitet werden könnte.

