Russische Drohnenangriffe eskalieren nach Verhandlungen mit der Ukraine
Nach ersten direkten Gesprächen seit Jahren zwischen Russland und der Ukraine setzt Moskau mit der bislang größten Welle von Drohnenangriffen ein deutliches Zeichen der Eskalation. Nach Informationen der ukrainischen Luftstreitkräfte wurden 273 Drohnen eingesetzt, was zum tragischen Verlust von Menschenleben führte. So kam in Kiew eine Frau ums Leben, während drei weitere Personen, darunter ein Kind, verletzt wurden.
Ein weiterer Angriff auf einen Bus in der Region Sumy endete tödlich für mindestens neun Menschen. Die Intensität der Angriffe steht im Zusammenhang mit den Drohungen neuer Sanktionen durch die USA und die EU. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschuldigt Russland, gezielte Angriffe auf Zivilisten durchzuführen, und appelliert an die internationale Gemeinschaft, den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Bei einem Besuch in Rom dankte Selenskyj Papst Leo XIV. für seinen Einsatz für den Frieden in der Ukraine. Trotz der Gespräche in Istanbul, die lediglich einen Gefangenenaustausch und die Fortsetzung der Verhandlungen vereinbarten, hält Russland an seiner aggressiven Strategie fest. Am Montag ist ein weiteres Telefonat zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump geplant, um über mögliche Wege zur Deeskalation zu sprechen.
Doch Russland bleibt standhaft in seiner Forderung nach einem Ende westlicher Waffenlieferungen als Bedingung für eine Waffenruhe. Die USA hingegen machen deutlich, dass weitere Sanktionen folgen könnten, sollten die Gespräche ohne Fortschritte bleiben. Im Vorfeld des Telefonats zeigt sich der US-Außenminister Marco Rubio entschlossen, den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Präsident Trump hofft indes auf eine produktive Verhandlung und ein baldiges Ende des brutalen Konflikts. Putins öffentliche Äußerungen untermauern Russlands unbeirrt fortgesetzten Kurs. In einem Interview betonte er die Entschlossenheit, die Kriegsziele zu erreichen, und hob die Notwendigkeit einer neutralen Ukraine und der Abtretung bestimmter Gebiete hervor.
Trotz der westlichen Sanktionsdrohungen bleibt russische Regierung fest und die Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen tragen zur Kriegswirtschaft bei. Europa erwägt indessen ein weiteres Sanktionspaket, das den russischen Finanz- und Energiesektor ins Visier nimmt. Dennoch zeigt sich die russische Wirtschaft widerstandsfähiger als erwartet.

