Robert Habeck auf Charmeoffensive in Griechenland: Hoffnung auf neue Impulse für bilaterale Zusammenarbeit
Nach einer achtjährigen Pause absolviert ein deutscher Wirtschaftsminister wieder einen Besuch in Griechenland. Robert Habeck, der sich als bekennender Griechenland-Fan präsentiert, widmet sich in diesem Zeitraum intensiv der Verbesserung der deutsch-griechischen Beziehungen. In seiner zweitägigen Reise nach Thessaloniki gibt sich der Grünen-Politiker optimistisch und zuversichtlich.
Unter anderem nahm Habeck an der feierlichen Eröffnung der deutschen Partnerlandbeteiligung der „Thessaloniki International Fair“ teil, gemeinsam mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Diese Messe zählt zu den signifikantesten Veranstaltungen in Griechenland. Der gemeinsame Rundgang beider Staatsmänner auf der Messe demonstrierte symbolisch die wieder erstarkten Beziehungen. Begleitet wurden sie von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sowie dem griechischen Agrarminister Konstantinos Tsiaras. Ein freundschaftliches Tischkicker-Duell endete zugunsten von Habeck und Mitsotakis.
Habeck und Mitsotakis führten zudem tiefgehende Gespräche über den Ausbau erneuerbarer Energien, den Handel sowie die Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels. Besondere Erwähnung fand dabei die Problematik der steigenden Temperaturen, Waldbrände und Wasserknappheit in Griechenland.
Der Austausch umfasste ebenfalls die Migrationspolitik, ein sensibles Thema sowohl in Deutschland als auch in Griechenland. Aktuell ringt die deutsche Ampel-Koalition mit der Opposition über eine schärfere Gangart. Hierzu fordert CDU-Chef Friedrich Merz die Zurückweisung von Migranten an der Grenze, die zuerst in einem anderen EU-Land angekommen waren. Dies könnte insbesondere Griechenland beeinflussen, das laut UN-Flüchtlingshilfswerk bis Anfang September etwa 32.500 Migranten aufgenommen hat.
Habeck betonte in einer humorvollen Bemerkung die ausstehende Verständigung innerhalb der politischen Gruppierungen Europas, speziell zwischen Regierungschefs und Oppositionsführern gleicher Parteifamilien. Dessen ungeachtet verliefen die Gespräche mit Mitsotakis in freundlich-kooperativer Atmosphäre.
Resümierend bemerkte Habeck die positive ökonomische Erholung Griechenlands nach der Finanzkrise, die das Land von 2010 bis 2018 lähmte. Er lobte die schnellere Tilgung der Schulden sowie ein letztjähriges Wirtschaftswachstum von zwei Prozent, obwohl viele soziale Schichten nach wie vor unter hohen Lebenshaltungskosten leiden.
Habeck bekräftigte zudem die Bedeutung Griechenlands im Aufbau einer internationalen Wasserstoff-Infrastruktur, auch wenn hierbei noch zahlreiche Fragen offen sind.
Zum Anfang seiner Dienstreise erinnerte sich der 55-Jährige wehmütig an seine früheren Reisen als Rucksacktourist in Griechenland. Diese persönlichen Anekdoten, geprägt von schlichten Unterkünften und wundervollem Wein, unterstützten seine freundschaftliche Haltung.

