Rio Tinto: Gewinnrückgang und Führungswechsel inmitten schwankender Rohstoffmärkte
Rio Tinto hat im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang des bereinigten EBITDA um 5 Prozent auf 11,5 Mrd. Dollar verbucht, während der Nettogewinn um 16 Prozent auf 4,8 Mrd. Dollar fiel – der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Grund dafür war vor allem ein Einbruch des Eisenerzpreises um 13 Prozent sowie wetterbedingte Produktionsausfälle durch Zyklone in Westaustralien.
Die Schwäche des Eisenerzgeschäfts kostete das Unternehmen laut Finanzchef Peter Cunningham rund 2 Mrd. Dollar an EBITDA. Dennoch hob der scheidende CEO Jakob Stausholm hervor, dass sich die Abhängigkeit von Eisenerz verringert habe – dank steigender Beiträge aus der Kupfer- und Aluminiumproduktion.
Simon Trott, bislang Leiter der Eisenerzsparte, wird ab August das Ruder übernehmen. Der Manager gilt als Befürworter einer stärkeren operativen Straffung – eine umfassende Neuordnung der Geschäftsbereiche wird erwartet.
Stausholm hinterlässt ein Unternehmen mit strategischen Weichenstellungen: In seiner Amtszeit investierte Rio gezielt in Wachstumsbereiche wie Lithium und versuchte, nach dem Juukan-Gorge-Skandal von 2020 die Unternehmenskultur grundlegend zu verändern. Der Vorfall hatte seinerzeit den Abgang von Stausholms Vorgänger erzwungen.
Mit Blick auf die Märkte plant Rio, bis zu 900 Mio. Dollar für einen Anteil von knapp 50 Prozent am Lithiumprojekt Maricunga in Chile zu investieren. Die Nachfrage nach dem Metall sei im ersten Halbjahr „sehr stark“ gewesen, getragen vom Bedarf an Batteriespeichern und E-Mobilität.
Auch geopolitische Entwicklungen beeinflussen das Geschäft. US-Zölle auf Kupfer, Aluminium und Stahl haben das Umfeld für Rohstoffproduzenten spürbar verändert. Während sich die Aluminiumproduktion in Kanada stabil zeigt, profitiert Rio in den USA vom gestiegenen Kupferpreis infolge der Einfuhrzölle.
Der angekündigte Dividendenvorschlag von 1,48 Dollar pro Aktie liegt unter dem Vorjahreswert (1,77 Dollar) und unter den Erwartungen der Analysten – ein klares Signal, dass Kostendisziplin und strategischer Umbau nun Priorität haben.

