Renditeanstieg bei Bundesanleihen: Öl, Sanktionen und politische Blockaden als Treiber
Am Donnerstag verzeichneten die deutschen Bundesanleihen einen Rückgang. Der bedeutende Euro-Bund-Future fiel um 0,15 Prozent und notierte bei 130 Punkten. Im Gegenzug stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,58 Prozent, was Investoren durchaus ins Schwitzen bringen könnte.
Nicht nur in Deutschland, sondern auch quer durch Europa und die USA stiegen die Renditen merklich an. Treibender Faktor hierfür ist der sich verteuernde Ölpreis, der nach neuen Sanktionen der US-Regierung gegen große russische Ölunternehmen erneut Aufwärtsdruck erfuhr. Dies schürt Inflationsängste am Markt und nährt Spekulationen über eine potenziell straffere Geldpolitik der Notenbanken.
Am Donnerstag kamen von der konjunkturellen Seite kaum belebende Nachrichten. Überraschenderweise verbesserte sich jedoch das Geschäftsklima in Frankreich im Oktober. Jedoch blieben die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aufgrund einer partiellen Schließung der US-Regierungsbehörden unveröffentlicht. Die Analystin Sophia Oertmann von der DZ Bank betonte, dass wenig Hoffnung auf eine rasche Einigung zwischen Demokraten und Republikanern im US-Haushaltsstreit besteht, insbesondere vor der anstehenden Reise des US-Präsidenten nach Asien.

