Rekordstände bei Edelmetallen befeuert durch geopolitische und politische Unwägbarkeiten
Die Unsicherheit um politische Ereignisse in den USA und dem Iran hat die Kurse für Edelmetalle in die Höhe schnellen lassen. An der Metallbörse in London wurde am Montag eine Feinunze Gold zu einem noch nie dagewesenen Preis von 4.620 USD gehandelt. Silber kletterte ebenfalls auf einen neuen Höchststand von 85,71 USD je Unze.
Im Zentrum der Spannungen steht der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Die Märkte beunruhigt die Frage, ob die Federal Reserve unabhängig von politischem Druck agieren könne, nachdem das US-Justizministerium mit einer Anklage gegen Powell gedroht hatte. Dies bezieht sich auf angebliche Falschaussagen im Kontext von Renovierungsmaßnahmen der Zentralbank in Washington. Powell bezeichnete die Vorwürfe als taktische Manöver, um die Einflussnahme der Fed auf die Zinspolitik zu hintertreiben.
Marktanalyst Maximilian Wienke von eToro unterstreicht die Bedeutung der Unabhängigkeit der Geldpolitik. 'Ob die Fed weiterhin unabhängig agieren kann, ist von zentraler Bedeutung für die Märkte,' erklärt er.
Zusätzlich sorgen die Spannungen im Iran für Nervosität auf den Märkten. Die Einschränkungen des Internetzugangs durch die iranische Staatsführung, um Berichte über landesweite Proteste zu unterdrücken, tragen zur Unsicherheit bei.
Gold bleibt bei Anlegern ein begehrter sicherer Hafen in Zeiten politischer Krisen. Gleichzeitig ist Silber, das für viele Technologiebereiche eine essentielle Rolle spielt, gefragter denn je. Die starke Nachfrage spiegelt sich in den beeindruckenden Kursgewinnen wider; Gold legte in diesem Jahr bereits um mehr als sieben Prozent, Silber um fast 150 Prozent zu.
Analyst Carsten Menke von der Julius Bär Bank sieht die politische Lage in den USA als entscheidenden Einflussfaktor für die weitere Preisentwicklung der Edelmetalle. Besonders der Silbermarkt könnte demnach stark auf diese Entwicklungen reagieren.

