Rekordhoch bei Insolvenzen in Deutschland: Ein Alarmsignal für die Wirtschaft?
Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit einem bedeutenden Anstieg der Insolvenzen konfrontiert. Jüngsten Ergebnissen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zufolge, erreichte die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im April mit 1.626 Fällen den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Diese Zahl repräsentiert einen Anstieg um 11 Prozent im Vergleich zum Vormonat und 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders bemerkenswert ist, dass die aktuellen Werte sogar die während der Finanzkrise 2008/2009 registrierten Zahlen übersteigen. Eine wesentliche Ursache für diesen Trend liegt offenbar im ungewöhnlich hohen Anteil kleiner Insolvenzverfahren. Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, deutet jedoch darauf hin, dass mit einer Annäherung dieser Anteile an den langjährigen Durchschnitt tendenziell wieder abnehmende Insolvenzzahlen zu erwarten sind.
Trotzdem prognostiziert er, dass die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland vorerst höher bleiben wird als im vergangenen Jahr. Das Institut nutzt Frühindikatoren, die zwei bis drei Monate vor dem tatsächlichen Insolvenzgeschehen Trends anzeigen. Hierbei werden monatliche Bekanntmachungen von Insolvenzen mit den Bilanzdaten der betroffenen Unternehmen in Zusammenhang gebracht, um fundierte Aussagen über die zukünftige Entwicklung treffen zu können.

