Reifen im Eiltempo: Frühlese beeinträchtigt Weinernte
Der diesjährige Weinjahrgang in Rheinhessen hat die Erwartungen getrübt: Die Lese begann ungewöhnlich früh, und heftige Regenfälle im September erschwerten die Ernte zusätzlich. Laut dem Deutschen Weininstitut (DWI) liegt der Ertrag etwa zehn Prozent unter dem Durchschnitt der letzten Dekade. Dies ist eine bessere Schätzung als ursprünglich angenommen, da man zunächst von einem noch stärkeren Rückgang ausgegangen war. Mit insgesamt weniger als 8 Millionen Hektolitern Weinmost wird gerechnet, was nahezu das Niveau des Vorjahres mit 7,8 Millionen Hektolitern erreicht. Der zehnjährige Durchschnitt liegt hingegen bei robusteren 8,7 Millionen Hektolitern. Zuvor hatte das Statistische Bundesamt auf Basis von Schätzungen sogar noch mit etwa 8,2 Millionen Hektoliter kalkuliert.
DWI-Sprecher Ernst Büscher erklärt die Ursachen: „Aufgrund der sehr frühen Lese war die Saftausbeute nicht so hoch, und die Beeren blieben insgesamt etwas kleiner.“ Als dann Mitte September der Regen mit bis zu 100 Litern pro Quadratmeter einsetzte, geriet man unter Zeitdruck. Viele Trauben mussten aussortiert werden, um die Qualität sicherzustellen. Diese wird jedoch als vielversprechend beschrieben, was hoffen lässt, dass der Jahrgang in puncto Geschmack überzeugen kann.

