Rechnungshof bremst Brückenprojekt zwischen Sizilien und Festland aus
Ein Prestigeprojekt der italienischen Regierung, der Bau einer monumental geplanten Brücke über die Meerenge von Messina, steht nach einer Entscheidung des Rechnungshofs vor Herausforderungen. Die Wirtschaftsprüfer verweigerten dem 13,5 Milliarden Euro teuren Vorhaben, das von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni energisch unterstützt wird, die notwendige Genehmigung. Das Gremium kündigte an, seine Entscheidung innerhalb eines Monats schriftlich zu begründen, was darauf hindeutet, dass das Projekt noch nicht endgültig gestoppt ist.
Verkehrsminister Matteo Salvini, ein prominenter Vertreter der rechten Lega-Partei, reagierte auf diese Entwicklung mit scharfer Kritik. Er betonte, dass die Entscheidung einen erheblichen Schaden für Italien darstelle und warf dem Rechnungshof vor, politisch motiviert zu handeln. Trotz dieses Rückschlags zeigt er sich entschlossen, das Projekt voranzutreiben und denkt darüber nach, das Thema im Kabinett zu diskutieren, um mögliche Einwände zu überwinden.
Die geplante Brücke, die Kalabrien mit Sizilien verbinden soll, wäre mit 3,3 Kilometern die längste Hängebrücke der Welt. Derzeit erfolgt die Überquerung der Meerenge ausschließlich mit Fähren, aber das Bauwerk könnte dem Autoverkehr und Zügen neue Möglichkeiten eröffnen. Das umstrittene Projekt wird jedoch stark von Umweltschützern kritisiert, die vor den möglichen ökologischen Konsequenzen warnen.
Die Diskussion um die Brücke ist nicht neu; bereits seit Jahrzehnten beschäftigt sie die italienische Politik. Während Melonis Vorgängerregierung das Projekt 2012 vor allem wegen der hohen Kosten auf Eis legte, verfolgt die jetzige Regierung das Vorhaben mit Nachdruck. Für die Regierungschefin, die partielle Rückschlag in einer Serie von juristischen Hürden sieht, stellt die jüngste Entscheidung eine herausfordernde politische Einmischung dar, von der sie sich jedoch nicht bremsen lassen will.

