Raketenallianz: Deutschland und Ukraine beschließen gemeinsame Rüstungsproduktion
Deutschland und die Ukraine rücken in der militärischen Zusammenarbeit näher zusammen. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin an, dass beide Länder sich auf die gemeinsame Produktion weitreichender Raketen verständigen wollen. Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein ukrainischer Amtskollege Rustem Umjerow sollen hierfür eine Absichtserklärung unterschreiben.
Merz betonte, dass Deutschland die Ukraine umfassend unterstützen werde, um deren Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Dabei verschwieg er jedoch die Frage, ob der deutsche Marschflugkörper Taurus geliefert werden soll. Selenskyj hob hervor, dass die Finanzierung bisheriger Projekte in der Ukraine im Fokus der Kooperation stehe. Details zur industriellen Zusammenarbeit sollen vorerst nicht bekanntgegeben werden. Merz deutete jedoch an, dass die Weigerung Russlands, Friedensgespräche zu führen, ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen werde.
Nach mehr als drei Jahren des Konflikts fehlt es der Ukraine an hochentwickelten Langstreckenwaffen, um russische Militärziele effektiv anzugreifen. Zwar erhielten sie Waffen wie die Storm Shadow/Scalp-Marschflugkörper aus Großbritannien und Frankreich sowie ATACMS-Raketen aus den USA, doch waren die Stückzahlen begrenzt. In der Zwischenzeit erweitert die Ukraine ihre Raketenfähigkeiten in Eigenregie.
Ein bemerkenswertes Beispiel ukrainischer Ingenieurskunst ist die Anti-Schiffs-Rakete R-360 Neptun, die 2022 den russischen Kreuzer 'Moskwa' versenkte. Die weiterentwickelte Version, Neptun-MD, verfügt über eine Reichweite von 1000 Kilometern. Diese Rakete wird zunehmend auch gegen Bodenziele eingesetzt.
Darüber hinaus entwickeln die Ukrainer die Hrim-2-Rakete und weitere Projekte, darunter die Rakete Korschun, um ihre Verteidigungskapazitäten auszubauen.

