Räder drehen langsamer: Eurobike 2026 in kleinerem Rahmen
Die renommierte Fahrradmesse Eurobike wird im Jahr 2026 in einer abgespeckten Form in Frankfurt stattfinden. Laut Veranstalter Fairnamic wird die Veranstaltung auf dem Messegelände im Westen Frankfurts auf nur drei Hallen reduziert, nachdem sie in den vergangenen Ausgaben fünf Hallen belegte. Zudem wird die Messe um einen Tag verkürzt und läuft nun vom 24. bis zum 27. Juni 2026.
Hintergrund dieser Entscheidung ist ein Disput um die zukünftige Ausrichtung der Messe, welche ursprünglich in Friedrichshafen beheimatet war. Nach vier Jahren in Frankfurt haben der Zweirad-Industrieverband (ZIV) und die Vereinigung Zukunft Fahrrad die Kooperation beendet und kritisieren die Messe aufgrund fehlender Ordermöglichkeiten, hoher Standmieten und mangelnder politischer Relevanz. Diese Kritikpunkte haben sich auch in rückläufigen Besucherzahlen bemerkbar gemacht.
Besonders schmerzlich für die Organisatoren dürfte der Verlust namhafter Aussteller sein. So hat Bosch eBike Systems bereits für 2026 seine Teilnahme abgesagt. Zudem blieben große internationale Hersteller und die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) bereits im Jahr 2025 der Messe fern.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich ein Hoffnungsschimmer: Die Frankfurter Messegesellschaft intensiviert ihre Zusammenarbeit mit der Messe Friedrichshafen im Rahmen des Joint Ventures mit Fairnamic. Der neu ernannte Geschäftsführer von Fairnamic, Philipp Ferger, äußerte sich positiv über jüngste Gespräche in Brüssel: Diese hätten gezeigt, dass es ein gemeinsames Interesse an einer starken und zukunftsfähigen Eurobike gibt. Die kommende Messe soll als ein essenzieller Meilenstein dienen, um die Weichen für ein weiterentwickeltes Messekonzept ab 2027 zu stellen.

