QIX Deutschland: Warum Fraport für 2019 erneut Passagierrekorde vermeldet

Ein Gewinner der vergangenen Woche war im Qualitäts-Index die Fraport-Aktie. Und auch am Dienstag zeigt sie sich robust und legt dabei leicht auf 69,90 Euro zu. Der Flughafenbetreiber hatte erst kürzlich für das letzte Jahr die Abfertigung von erstmals mehr als 70 Mio. Passagieren bekannt gegeben. Jedoch ging der Rekord mit einem insgesamt etwas gebremsten Wachstum einher. Statt um 2 bis 3%, wie ursprünglich vom Management angepeilt, legte die Zahl der Fluggäste nur um 1,5% auf über 70,5 Mio. zu. Dabei musste Fraport vor allem im November und Dezember die gekappten Winterflugpläne vieler Airlines hinnehmen, was sich letztlich in niedrigeren Passagierzahlen niederschlug. Während die Zahl der Fluggäste im Interkontinentalverkehr um 3,4% gestiegen sei, habe das Plus im Europaverkehr nur 1,2% betragen, erklärte der Vorstand. Besser lief es 2019 dafür bei den großen Flughäfen-Beteiligungen des Unternehmens im Ausland. Allein im türkischen Antalya wuchs die Zahl der Passagiere um 10% auf 35,5 Mio., und auch im russischen St. Petersburg belief sich der Zuwachs an Fluggästen mit 19,6 Mio. auf ordentliche 8,1%. Dagegen blieb die Entwicklung an den von Fraport vor knapp 2 Jahren übernommenen 14 Regionalflughäfen in Griechenland vergleichsweise enttäuschend. Hier stagnierten die Zahlen unerwartet.

Außerdem verursacht dem Flughafenverwalter derzeit der Bau des dritten Passagierterminals am Frankfurter Drehkreuz durchaus Bauschmerzen. Hat sich doch der Kostenrahmen von anfänglich 2 bis 2,5 Mrd. Euro auf mittlerweile 4 Mrd. Euro erhöht. Laut Analysten könnte diese Entwicklung auf den Unternehmensgewinn von Fraport drücken. Und auch vom Frachtgeschäft der Airlines kann das Fraport-Management derzeit aber kaum Rückenwind erwarten. Nach monatelangen Rückgängen schrumpfte das Cargo-Aufkommen in Frankfurt im Dezember mit 7,4% noch stärker als zuvor. Für das Gesamtjahr stand damit ein Rückgang um 3,9% auf rund 2,1 Mio. Tonnen zu Buche. Die aktuellen Gewinnschätzungen je Aktie liegen jedenfalls derzeit bei 4,71 Euro für 2019 und 5,08 Euro für das laufende Geschäftsjahr. Das KGV der Aktie liegt damit bei überschaubaren 14. Dazu bieten die Fraport-Papiere eine Dividendenrendite von 2,8%. Neben der hohen EBIT-Marge von 21% beeindruckt der Flughafen-Dienstleister außerdem mit einer ordentlichen Gewinnmarge von 13%. Das sind solide fundamentale Werte und die Aktie erfüllt damit wichtige Kriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Im Qualitäts-Index verzeichnet heute auch die FUCHS PETROLUB-Aktie deutliche Zugewinne von über 1,4% und steht damit aktuell bei 41,65 Euro. Der weltweit führende Schmierstoffproduzent hatte zuletzt drei renommierte und erfahrene Handelspartner für den künftigen Vertrieb in der Schweiz gewinnen können. Zwar ist die Gruppe bereits seit mehr als 40 Jahren auf dem Schweizer Markt vertreten, mit der engeren Zusammenarbeit wird vom Management nun aber die komplette Marktabdeckung über alle Kundengruppen hinweg sichergestellt. Zu den künftigen Partnern von FUCHS PETROLUB gehören dabei neben dem Schmierstoff-Spezialisten ASEOL SUISSE auch die LAVEBA Genossenschaft sowie der Spezialist für die chemisch-technische Wärmeübertragung S. AFFOLTER. Operativ läuft es für das Mannheimer Unternehmen aber angesichts des vergleichsweise zyklischen Geschäfts durch den anhaltenden handelspolitischen und konjunkturellen Gegenwind derzeit durchwachsen. Künftige Dividendenerhöhungen an die Anteilseigner dürften daher bei FUCHS PETROLUB wohl eher auf überschaubarer Basis erfolgen.

Für 2019 wird aber erstmal mit einer erneut leicht höheren Gewinnbeteiligung in Höhe von 0,97 Euro gerechnet. Dabei wurde vom Vorstand seit immerhin 17 Jahren die eigene Ausschüttung Jahr für Jahr kontinuierlich angehoben. In diesem Zeitraum war das weltweite Wachstum für den Schmierstoffhersteller ebenfalls beachtlich. Im Moment bietet die Aktie zwar nur eine Dividendenrendite von 2,4%. Dafür ist sie aber auf dem besten Weg hin zur Dividendenaristokratie, bei der wiederum FUCHS PETROLUB aber mindestens 25 Jahre hintereinander steigende Dividenden ausgezahlt haben müsste.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Marktberichte
[finanzen.net] · 11.02.2020 · 14:29 Uhr
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