Prüfung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit – Alles über den 34 a Schein
Arbeiten im Sicherheitsbereich ist für viele interessant. Für die meisten Tätigkeiten muss da der sogenannte 34 a Schein der Gewerbeordnung nachgewiesen werden. Hierzu ist eine Prüfung abzulegen, die nachweist, dass alle relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten ausreichend vorliegen. Hierzu zählen vor allem deeskalierendes Einwirken auf Menschen in Konfliktsituationen, Bewachung und rechtliche Themen. Gute Deutsch- wie auch Fremdsprachenkenntnisse sind bei der Arbeit als Fachkraft für Schutz und Sicherheit sehr wichtig und hilfreich.
Voraussetzungen, um zur Prüfung zugelassen zu werden
Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss die Volljährigkeit erreicht sein. Zudem sollten die Sprachkenntnisse ausreichend ein, um Fragen verstehen und beantworten zu können. Es sind keine digitalen oder gedruckten Übersetzungshilfen erlaubt. Viele Anbieter von Kursen zur Prüfungsvorbereitung verlangen einen Nachweis über mindestens des Sprachniveaus B1. Es zeigt sich in der Praxis jedoch, dass allein der Nachweis keine Garantie ist, die Prüfung und den Kurs sprachlich tatsächlich bewältigen zu können.
Ein einwandfreies Führungszeugnis ist ebenfalls nachzuweisen. Liegt die Mitgliedschaft in einer verfassungsfeindlichen Partei oder Vereinigung vor, kann die zuständige Stelle die Zulassung zur Prüfung verweigern. Hat die prüfende Institution Zweifel an der Zuverlässigkeit eines Antragstellers und verweigert die Prüfung, bedeutet dies, dass eine Arbeit als Securitymitarbeiter dann nicht möglich ist.
Prüfung – Kosten und StatistikDie Prüfung besteht aus zwei Teilen und kostet insgesamt ca. 150 Euro. Bei Teilnachprüfungen halbiert sich der Preis. Die Theorie dauert zwei Stunden, der mündliche Teil ca. 15 Minuten. Wird nur ein Teil der Prüfung bestanden, muss auch nur dieser wiederholt werden. Allerdings wird die mündliche Prüfung überhaupt erst nach bestandener schriftlicher Prüfung in Betracht gezogen.
Statistisch gesehen liegt die Quote der Prüflinge, die durchfallen bei 50 %, in einigen Regionen sogar bei bis zu 70%. Überwiegend ist das darauf zurück zu führen, dass viele sich die Prüfung zu leicht vorstellen und nicht genug Zeit und Energie in die Vorbereitung stecken. Spezielle Vorbereitungskurse auf die Prüfung zum Sachkundenachweis § 34 a helfen hier ungemein. Doch auch die sprachlichen Barrieren sind nicht zu unterschätzen. Denn es sind wie bereits erwähnt, weder Wörterbücher noch Übersetzungs-Apps am Handy erlaubt. Das Vokabular ist vor allem in den rechtlichen Bereichen sehr kompliziert. Einige Bildungsträger bieten Vorbereitungskurse auf die Prüfungen mit einem besonderen Fokus auf die sprachlichen Barrieren und das Spezialvokabular an. Die Gebühren für die Vorbereitungskurse kommen natürlich zu den Prüfungsgebühren hinzu bzw. nennen die Seminaranbieter ihre Preise in der Regel inklusive den Prüfungsgebühren.
Um die Prüfung zu bestehen, müssen mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden. Insgesamt werden bei der schriftlichen Prüfung 72 Fragen gestellt. Die unterschiedliche Gewichtung der Themen, führt dazu, dass es insgesamt mehr als 72 Punkte geben kann. Fragen zur öffentlichen Sicherheit werden beispielsweise höher gewichtet als die zum Umgang mit Menschen. Es wird das Multiple Choice Verfahren angewendet.
Es gibt keine Limitierung der Prüfungsversuche, so dass bei Nichtbestehen, beliebig oft wiederholt werden kann.
Inhalte des Vorbereitungskurses
Die Vorbereitungskurse orientieren sich streng an den Prüfungsfragen und behandeln folgende Themen:
- Recht
- Straf- und Strafverfahrensrecht (doppelte Punktzahl gemessen an der Zahl der Fragen)
- Umgang mit Waffen
- Gewerberecht
- Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (doppelte Punktzahl gemessen an der Zahl der Fragen)
- BGB (doppelte Punktzahl gemessen an der Zahl der Fragen)
- Datenschutzrecht
- Sicherheit und Unfallverhütung für Wachdienste
- Umgang mit Menschen
- Deeskalationstechniken
- Verhalten in Risikosituationen
- Sicherheitstechnik (doppelte Punktzahl gemessen an der Zahl der Fragen)
Wo keine Angaben gemacht sind, gilt je Frage ein Punkt.
In Gruppenübungen, Vorträgen, Videos und anderen didaktischen Angeboten, werden die Inhalte aufbereitet. Natürlich besteht immer auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Zudem werden vor allem schriftliche Prüfungen geübt oder auch die Prüfungsfragen in interaktiven Angeboten bearbeitet, was auf das leichtere Verständnis der Fragen und die besonderen Formulierungen vorbereiten soll.
Mindestens einmal werden diese Prüfungen unter Echtbedingungen geübt, damit den Prüflingen auch die Aufregung genommen wird und sie ein Gefühl entwickeln können, wie die Prüfung ablaufen wird.
Wer bezahlt die Weiterbildung und die Prüfung?
Für die Finanzierung der Weiterbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer die Möglichkeit hat, kann natürlich aus eigener Tasche bezahlen. Ist das Budget enger, so können Arbeitgeber gefragt werden. Diese können sich solche Schulungen sogar fördern lassen.
Ansonsten kommen hier Bildungsgutscheine oder AVGS von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter in Frage, die der Interessierte formlos beantragen kann, auch wenn er akut nicht arbeitslos ist. Dann muss er aber ein konkretes Risiko seinen Arbeitsplatz zu verlieren nachweisen können.
Wichtig: Diese Fördermittel sind Ermessensleistungen und aufgrund der hohen Durchfallquote bei den Prüfungen, werden diese Angebote nur dann herausgegeben, wenn die Zulassung zur Prüfung überhaupt gegeben ist. Das heißt vor allem bei Antragstellern die nicht muttersprachlich sind, dass auf die Sprachkompetenz geachtet wird. Um die Bewilligung des Antrags zu beschleunigen sollten ggf. ein anerkannter Nachweis des Sprachniveaus und ein polizeiliches Führungszeugnis beigelegt werden.
Warum sind Jobs in der Sicherheitsbranche so beliebt
Die Einsätze sind abwechslungsreich und spannend. Zudem ist die aktuelle Lage so, dass ein hoher Bedarf an Sicherheitspersonal besteht, was die Karrierechancen verbessert. Die Verstärkung von Sicherheitsvorkehrungen und des Sicherheitspersonals beruht auf politischen Themen wie die Terrorgefahr, gesundheitliche Fragen wie die aktuelle Pandemie, aber auch auf erhöhte Vorschriften und steigende Ansprüche an Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum (Demonstrationen).
Die Sport- und Unterhaltungsbranche muss aktuell ohne Publikum auskommen, doch wird sich auch hier die Zeit wieder ändern und mehr Security zum Einsatz kommen, um Abstandsregeln und Maskenpflicht zu kontrollieren.
Unternehmen in der Forschung und Entwicklung beschäftigen oft eigene Sicherheitsleute, die zum Schutz von Mitarbeitern und Forschungsergebnissen eingesetzt werden und nicht zuletzt machten Vorfälle in Jobcentern es erforderlich, auch hier den Sicherheitsapparat aufzustocken.
Auch wenn die Prüfung schwer ist und die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sein müssen, sind sie nicht so hoch, wie bei der Polizei, was dazu führt, dass viele, die bei der Polizei nicht angenommen werden, ihren beruflichen Weg in der Sicherheitsbranche sehen. Denn nicht selten sind Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen Seite an Seite mit der Polizei im Einsatz.
Zahlreiche offene Stellen im gewünschten Tätigkeitsbereich sind Indikatoren für eine gute Beschäftigungschance und bieten oft sogar Aufstiegschancen. Denn aufbauend auf diesen Kurs gibt es Ausbildungsberufe und berufsbegleitende Studienangebote.


