Unruhen in Indonesien

Protestwelle erreicht Bali - Dorfwächter mobilisiert

01. September 2025, 08:18 Uhr · Quelle: dpa
Die Proteste gegen Privilegien von Abgeordneten haben Bali erreicht, wo Dorfwächter Pecalang mobilisiert werden. Amid Gewalt und Tourismusbedenken kämpft die Regierung um Stabilität.

Denpasar (dpa) - In Indonesien haben die landesweiten Proteste gegen Privilegien von Abgeordneten inzwischen auch die bei Touristen beliebte Insel Bali erreicht - und Sorgen vor Unruhen in der Urlaubsregion ausgelöst. Nach gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende in der Inselhauptstadt Denpasar mobilisierten die Behörden jetzt traditionelle Dorfwächter, die sogenannten «Pecalang», um Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara berichtete.

Am Samstag war es in Denpasar vor dem regionalen Polizeipräsidium und dem lokalen Parlament zu Zusammenstößen gekommen. Demonstranten warfen Steine und beschädigten Einrichtungen. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm Dutzende Menschen fest. 

Viele der Beteiligten sollen nach Angaben der Behörden von außerhalb Balis angereist sein. Das nährte Befürchtungen, die Ausschreitungen – die bereits Jakarta und andere indonesische Großstädte erfasst haben – könnten auch auf die Ferieninsel übergreifen.

Was sind Pecalang?

Die unbewaffneten Dorfwächter, die in der Kultur Balis tief verwurzelt sind und extrem hohes Ansehen genießen, sollen anderen Einsatzkräften dabei helfen, die Ruhe und die für Bali überlebenswichtige Tourismusbranche vor weiteren Störungen zu schützen. Sie gelten als moralische und gleichzeitig gewaltfreie Autorität. 

Etwa 1.000 Pecalang versammelten sich am Morgen (Ortszeit) zu einem Massenappell in Denpasar, weitere blieben in ihren Dörfern stationiert. Ein Sprecher des Pecalang-Rats im Bezirk Badung erklärte, die Gewalt sei von «Außenstehenden» ausgelöst worden und kündigte an, Bali «spirituell und physisch» zu verteidigen.

Worum geht es bei den Protesten?

Indonesien erlebt derzeit die heftigsten Massenproteste seit Jahren. Die Wut richtet sich vor allem gegen eine zusätzliche monatliche Wohnungszulage von 50 Millionen Indonesischen Rupien (etwa 2.600 Euro) für Abgeordnete – eine Summe, die den Monatslohn etlicher Indonesier um ein Vielfaches übersteigt, wie Kritiker monieren. 

Die Ankündigung kam zu einer Zeit, in der viele Menschen im weltgrößten Inselstaat unter steigenden Lebenshaltungskosten und Steuern sowie Massenentlassungen leiden. Zusätzlich wurde der Ärger durch Videos von Politikern angeheizt, die in sozialen Medien ihren luxuriösen Lebensstil zur Schau stellten.

Mindestens sieben Menschen sind bisher im Zusammenhang mit den Unruhen ums Leben gekommen, wie aus Berichten verschiedener Behörden hervorgeht. Die Lage eskalierte zuletzt, als in Jakarta ein 21-jähriger Motorrad-Taxifahrer von einem gepanzerten Polizeifahrzeug erfasst und getötet wurde. Landesweit wurden in der Folge politische Gebäude und Privathäuser von Politikern in Brand gesetzt und geplündert.

Präsident Prabowo Subianto hat inzwischen ein teilweises Einlenken signalisiert: Bestimmte Abgeordnetenvergünstigungen sollen gestrichen, Auslandsreisen vorerst ausgesetzt werden. Gleichzeitig verurteilte er die gewalttätigen Ausschreitungen scharf. Prabowo sagte wegen der angespannten Lage auch eine geplante Reise nach China ab.

Demonstration / Regierung / Indonesien
01.09.2025 · 08:18 Uhr
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