Prognosemärkte und DAOs: Eine enge Verwandtschaft?
In der dynamischen Welt der Krypto-Innovationen zeichnen sich bemerkenswerte Parallelen zwischen Prognosemärkten und dezentralen autonomen Organisationen, häufig als DAOs bekannt, ab. Ian Lee, Mitbegründer von Syndicate, beleuchtet in einem Gespräch mit Decrypt die grundlegende Verwandtschaft dieser beiden Konzepte. Trotz ihrer unterschiedlichen Oberflächenstruktur vereinen sie soziale Interaktionen und finanzielle Elemente.
Lee beschreibt DAOs als Systeme, die sowohl Humankapital als auch Finanzkapital koordinieren. Analog dazu sieht er Prognosemärkte, die Kapital und menschliche Intelligenz vereinen, ebenfalls als DAO-ähnlich an. Seine Einschätzung mag für eingefleischte DAO-Anhänger provokant sein, doch sie illustriert Lees Auffassung, wie traditionelle Krypto-Kategorisierungen möglicherweise innovative Denkansätze behindern.
Syndicate selbst hat sich von der reinen Bereitstellung von Infrastruktur für DAOs zu einer Plattform weiterentwickelt, die es Gemeinschaften ermöglicht, eigene Blockchains zu starten. Diese neuen, weniger hierarchischen und auf On-Chain-Strukturen basierenden Geschäftsmodelle gelten heute häufig als Relikt aus der Pandemiezeit, als DAOs in Mode waren.
Trotz des nachlassenden Hypes um DAOs bleiben sie essentiell für diverse DeFi-Projekte wie die dezentrale Börse Uniswap und Infrastrukturen wie Arbitrum und deren Ethereum Layer-2-Skalierungsnetzwerk. Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket zeigen hingegen bemerkenswerte Dynamiken mit beachtlichem Handelsvolumen – selbst angesichts regulatorischer Unsicherheiten.
Diese Plattformen bieten Nutzern die Möglichkeit, auf zukünftige Ereignisse zu spekulieren, von politischen Wahlen bis hin zu potenziellen Ankündigungen von Prominenten wie Taylor Swift. So zeugt die Zukunft des DeFi möglicherweise von den Quoten der kommenden Schlagzeilen, anstatt in traditionellen Governance-Foren geschrieben zu werden.

