Procredit Holding unter Druck: Gewinneinbruch durch gestiegene Risikovorsorge
Droht der Procredit Holding Ungemach? Ein deutlicher Gewinneinbruch im aktuellen Jahr belegt die Herausforderungen, denen sich die Frankfurter Bankengruppe stellen muss. Schon früh zeichnete sich ab, dass das Unternehmen seine Renditeziele aufgrund von faulen Krediten korrigieren musste. Die kürzlich veröffentlichte Bilanz für die ersten neun Monate zeigt, dass das Ergebnis unter dem Strich auf 58,2 Millionen Euro zurückgefallen ist, ein signifikantes Minus von fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Nachricht traf die Börse hart: Am Vormittag verzeichnete die Procredit-Aktie im SDax einen Verlust von über fünf Prozent und markierte damit den tiefsten Stand nach der Gewinnwarnung im Oktober. Interessanterweise konnte sich der Wert bis zum Nachmittag erholen und lag nur noch knapp ein Prozent im Minus. Diese kurstechnischen Turbulenzen spiegeln die Unsicherheiten wider, die mit der deutlich erhöhten Risikovorsorge von fast 17 Millionen Euro verbunden sind – ein Großteil davon entfiel auf das dritte Quartal. Der Rückgang der Eigenkapitalrendite von 11,3 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 7,4 Prozent bestätigt die schwierige Lage des Unternehmens. Parallel dazu verzeichnete die Procredit einen Rückgang beim Zinsüberschuss, der um vier Prozent auf 261 Millionen Euro sank. Gemeinsam mit einem schwach wachsenden Provisionsüberschuss führte dies zu einem Rückgang der operativen Erträge um zwei Prozent.
Doch es gibt auch positive Signale: Währungsbereinigt konnte Procredit das Kreditvolumen um über zehn Prozent steigern. Für das Gesamtjahr wird erwartet, dass dieses Wachstum bei etwa zwölf Prozent liegt. Die Procredit Holding, die sich als Förderer wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Entwicklung sieht, bleibt mit ihrer Geschäftsausrichtung auf KKMU und Privatpersonen in Südost- und Osteuropa sowie in weiteren Märkten wie Südamerika und Deutschland optimistisch.

