Powell unter Druck: US-Notenbankchef sieht sich Vorwürfen ausgesetzt
In der sich zuspitzenden Causa um US-Notenbankchef Jerome Powell versucht die Staatsanwältin Jeanine Pirro, den Aufruhr zu entschärfen. Auf der Plattform X erklärte sie, dass niemand außer Powell das Wort "Anklage" verwendet habe. Ihr Büro habe lediglich zu Vorladungen gegriffen, weil die Federal Reserve Anfragen zu den Renovierungskosten ihres alten Gebäudes "ignoriert" habe, so Pirro.
Powell hatte unlängst öffentlich mitgeteilt, dass ihm mit einer Anklage gedroht werde. Der Notenbankchef sah die Maßnahme im Kontext der politischen Spannungen, da die Fed bei ihren Zinsschritten auf wirtschaftliche Stabilität setze und nicht den Forderungen von Präsident Donald Trump nach Schlechteren Zinsen folge. Trump fordert diese seit geraumer Zeit vehement und setzt Powell zunehmend unter Druck. Die Federal Reserve bleibt allerdings ihrem Kurs treu und verweist auf die Inflationsgefahr.
Der Einfluss der Politik auf die unabhängige Institution wird von vielen Seiten kritisch beäugt. Der republikanische Senator Thom Tillis äußerte sich entschieden und kündigte an, keinen Kandidaten von Trump für die Notenbank zu unterstützen, solange die Situation nicht geklärt sei. Eine solche Abweichung könnte Trumps Pläne gefährden, da seine Partei im Senat auf knappe Mehrheiten angewiesen ist.
Powells Führungsperiode endet im Mai und Trump plante ursprünglich, bereits zum Jahresbeginn einen Nachfolger vorzuschlagen. Allerdings haben US-Medien, darunter "Axios" und das "Wall Street Journal", berichtet, dass Finanzminister Scott Bessent den Präsidenten vor negativen Auswirkungen einer Strafverfolgung warnte. Präsident Trump erklärte, er sei nicht über die Ermittlungen informiert.
Informationen zufolge verschickte Pirro die Vorladungen eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem US-Justizministerium, was Fragen zur Unabhängigkeit der Maßnahme aufwirft. Die Staatsanwältin ist bekannt für ihre Unterstützung von Trump und ihre Vergangenheit als Moderatorin bei Fox News.

