Porsche Navigiert Durch Turbulenzen: Ein Rückblick auf Anspruchsvolle Zeiten
Der renommierte Sport- und Geländewagenbauer Porsche steht erneut im Fokus der Kritik, nachdem das Unternehmen mit schwachen Geschäftszahlen und einem Einbruch im China-Geschäft konfrontiert wurde. Bei der virtuellen Hauptversammlung in Stuttgart bemängelte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka das späte Reagieren auf die China-Krise und verwies auf zusätzliche Schwierigkeiten durch US-Zölle. Die Aktionäre sind zunehmend besorgt über die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Laut Speich war es ein enttäuschendes Jahr für die Aktionäre, da die VW-Tochter unter dem allgemeinen Abwärtstrend der Automobilbranche gelitten hat. Porsche konnte trotz seiner starken Marke und Luxuspositionierung den Kursverlust nicht verhindern. Speich zog Parallelen zu Ferrari und stellte fest, dass lediglich die Pferdelogos die Marken noch verbinden. Dabei entwickelt sich das Cavallino aus Maranello dynamisch, während Porsche ins Stolpern gerät.
Markus Kienle von der SdK untermauerte die Sichtweise und erklärte, dass sich ein erfolgreiches Jahr anders präsentieren sollte. Die Zahlen des ersten Quartals zeigten deutliche Schwächen auf, die auch für das Jahr 2025 nichts Gutes verheißen. Im Rahmen der Hauptversammlung äußerte sich Porsche-Chef Oliver Blume: „Wir haben massiven Gegenwind. Jetzt erleben wir einen heftigen Sturm.“ Als Reaktion darauf will das Unternehmen verstärkte Anstrengungen unternehmen, um die Herausforderungen zu meistern, darunter die Verlangsamung der Elektromobilität und die Belastungen durch Handelskonflikte.
Ein weiteres Diskussionsfeld ist Blumes Doppelrolle als Vorstand von Volkswagen und Porsche. Hendrik Schmidt vom Fondsanbieter DWS kritisierte diesen „Teilzeitvorstandsvorsitzenden“ als ineffektiv. Blume argumentierte hingegen für die Vorteile der Doppelrolle, wies jedoch darauf hin, dass die endgültige Entscheidung beim Aufsichtsrat liege.
In den letzten Monaten hat Porsche mehrere strukturelle Veränderungen vorgenommen, darunter Anpassungen in der künftigen Strategie mit einem Fokus auf Verbrenner und Plug-in-Hybride sowie Sparmaßnahmen, die Entlassungen umfassen. Die Einnahmeneinbußen werden in den aktuellen Geschäftszahlen deutlich: Im ersten Quartal 2025 fiel der operative Gewinn um 40,6 Prozent auf 0,76 Milliarden Euro, während der Umsatz mit 8,86 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert lag. Diese Umstände führten dazu, dass Porsche die Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigierte.

