Politischer Wirbel um Teilzeit: CDU-Führung kritisiert Antrag der Wirtschaftsunion
Die Debatte um die Einschränkung des Rechts auf Teilzeitarbeit innerhalb der CDU hat an Fahrt gewonnen. Carsten Linnemann, Generalsekretär der Partei, äußerte sich kritisch gegenüber dem Antrag des Wirtschaftsflügels der Union. Seiner Ansicht nach verfehlten sowohl der Antrag als auch dessen Wortwahl den eigentlichen Mittelpunkt der Diskussion. Linnemann zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass die Antragskommission den Vorschlag grundlegend neu ausarbeiten werde, bevor dieser dem Bundesparteitag zur Diskussion gestellt wird.
Gleichzeitig unterstrich Linnemann die Notwendigkeit, das Thema Teilzeitarbeit auf dem Parteitag zu behandeln. Ein zentrales Anliegen sei, die Bedingungen so anzupassen, dass der Übergang von Teilzeit- zu Vollzeitarbeit erleichtert werde. Dies erfordere flexiblere Arbeitszeitmodelle, ein höheres Netto vom Brutto, geringere Abgaben und Steuern sowie den Ausbau von Kitaplätzen. Ähnlich skeptisch zeigte sich die Spitze der Unionsfraktion in Bezug auf die Erfolgsaussichten des Vorstoßes der Mittelstands- und Wirtschaftsunion auf dem CDU-Parteitag im kommenden Februar.
Steffen Bilger, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, äußerte seine Gewissheit, dass der Antrag in seiner derzeitigen Form weder von der Antragskommission noch auf dem Parteitag Zustimmung finden werde. Er kritisierte die unglückliche Wortwahl des Antrags, die einen falschen Eindruck hinterlassen habe. Der Parteitag, der am 20. und 21. Februar in Stuttgart stattfindet, wird mit Spannung erwartet. Am kommenden Donnerstag wird die Antragskommission sich mit dem umstrittenen Antrag befassen, der den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit an besondere Gründe koppeln möchte.

