PayPay bereitet US-Börsengang vor – SoftBank will Milliarden für neue AI-Wetten freimachen
Japans führender Zahlungsanbieter PayPay hat die Unterlagen für eine US-Listung eingereicht. Das IPO könnte dem Unternehmen eine Bewertung von über 10 Mrd. US-Dollar verschaffen und SoftBank frisches Kapital für seine milliardenschweren Wetten auf Artificial Intelligence einbringen.
Insidern zufolge will SoftBank mit dem Verkauf von American Depositary Shares mehr als 2 Mrd. Dollar erlösen. Eine Transaktion noch vor Jahresende gilt als möglich. SoftBank hält über den Vision Fund 2 rund 34 % an PayPay und will die Gesellschaft trotz des Börsengangs als Tochter konsolidieren. Diskutiert wird der Verkauf von etwa 20 % der Anteile – eine spätere Reduzierung oder eine Zweitnotiz in Tokio seien nicht ausgeschlossen.
Für Masayoshi Son, Gründer und Treiber hinter SoftBank, ist das IPO Teil einer deutlich größeren Agenda. Er hat Investitionen von bis zu 500 Mrd. Dollar für das Projekt „Stargate“ angekündigt, das in den USA Rechenzentren und AI-Infrastruktur in Kooperation mit OpenAI, Oracle und dem Staatsfonds MGX aus Abu Dhabi aufbauen soll. Parallel treibt SoftBank mit Arm, Nvidia und TSMC seine Position im Chipsektor aus.
Das Umfeld an den Kapitalmärkten ist günstig: SoftBank-Aktien haben seit Jahresbeginn fast 80 % zugelegt. Analysten verweisen auf eine Pipeline von Börsengängen – neben PayPay auch Klarna oder ByteDance – und auf die strategische Beteiligung an OpenAI, die mit 300 Mrd. Dollar bewertet wird. „Investoren sehen SoftBank inzwischen als reinen Proxy für OpenAI“, sagt David Gibson von MST Financial.
PayPay selbst hat sich in Japan in nur sechs Jahren vom Start-up zum dominanten Zahlungsanbieter entwickelt. Mehr als 70 Mio. Nutzer – zwei Drittel aller Smartphone-Besitzer im Land – nutzen den Dienst. Neben mobilen Zahlungen bietet PayPay inzwischen auch Kreditkarten- und Bankprodukte an.

