Pandemievertrag in Gefahr: WHO-Chef Tedros warnt vor Scheitern des Abkommens
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) plant einen Pandemievertrag, der zukünftig vor einem erneuten Chaos wie zu Beginn der Corona-Pandemie schützen soll. Doch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte ernsthafte Bedenken, dass die geplanten Maßnahmen möglicherweise nicht von allen Mitgliedstaaten eingehalten werden könnten. Diese Befürchtungen äußerte er während des Treffens des WHO-Exekutivausschusses in Genf, dem wichtigsten Entscheidungsgremium zwischen den Vollversammlungen.
Tedros betonte, dass die Verhandlungen Mut und Kompromissbereitschaft erfordern würden. Es sei unmöglich, einen Konsens zu erzielen, wenn jeder an seinem Standpunkt festhalte. Jeder Akteur müsse Zugeständnisse machen, um zu einem Ergebnis zu kommen.
Der aktuelle Entwurf des Pandemievertrags ist jedoch umstritten. Dabei geht es unter anderem um die schnelle Weitergabe von Informationen über neue Krankheitserreger, die Herstellung und Verteilung von Impfstoffen und Medikamenten sowie den Patentschutz für diese Mittel. Insbesondere der Patentschutz wird kontrovers diskutiert.
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte im Dezember die Sorge, dass reiche Länder Pandemievorräte horten und kontrollieren könnten. Er betonte die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass alle Menschen weltweit Zugang zu Diagnostik, Behandlung und Impfstoffen haben.
Selbst wenn die Verhandlungen erfolgreich verlaufen und der Pandemievertrag bei der bevorstehenden WHO-Tagung verabschiedet wird, würde er nur dann in Kraft treten, wenn ausreichend viele Länder ihn ratifizieren. Zudem würde der Vertrag nur in den ratifizierenden Ländern gelten.
Es bleibt abzuwarten, ob die Mitgliedstaaten der WHO die nötige Einigung erzielen können, um den geplanten Pandemievertrag zu verabschieden. Eine Fortsetzung der Diskussionen und weitere Verhandlungen sind wahrscheinlich erforderlich, um einen Konsens und einen effektiven Schutz vor zukünftigen Pandemien zu gewährleisten. (eulerpool-AFX)

