Ostdeutschland im Fokus: Pistorius plant Ausbau der Rüstungsstandorte
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius offenbart ehrgeizige Perspektiven für die Rüstungsindustrie mit einem Ausbau der Standorte in Ostdeutschland. Nach Beratungen mit führenden ostdeutschen Politikern auf Schloss Ettersburg bei Weimar betonte der SPD-Politiker die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, um auch den Osten als bedeutenden Standort für die Rüstungsindustrie zu etablieren.
Während Pistorius die Hoffnung auf eine Ost-Komponente bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen dämpfte, da Quoten im Vergaberecht nicht vorgesehen sind, gab er bekannt, eine Konferenz mit Vertretern der Rüstungsindustrie und des Wirtschaftsministeriums anzustreben. Dabei hob er die Bedeutung einer starken, regional diversifizierten Rüstungsindustrie für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands hervor. Dieser Prozess werde seine Zeit benötigen, betonte er, mit einem klaren Fokus auf eine beschleunigte Produktionsgeschwindigkeit.
Bereits im Vorfeld der Gespräche hatte Pistorius angedeutet, gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach Lösungsansätzen für die Standortsituation im Osten zu suchen. Das Ziel sei es, schnell eine vollständige Ausstattung und Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen. Unterstützung erhielt er von den Ministerpräsidenten Sachsens und Thüringens, Michael Kretschmer und Mario Voigt (beide CDU), die eine stärkere Berücksichtigung der ostdeutschen Bundesländer bei Verteidigungsvergaben forderten.
Insbesondere die Stärken in den Bereichen Optik, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinenbau sollen laut Voigt berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die finanziellen Lasten gerecht verteilt werden und die Region profitiert.

