Organspende: CSU-Politiker fordert verpflichtende Eintragung in das Spenderregister
Angesichts des Mangels an Spenderorganen soll nach Vorstellungen aus der CSU eine verpflichtende Eintragung aller Bürgerinnen und Bürger in das geplante Organspenderegister erfolgen. Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger schlug vor, dass Versicherte, die dieser Aufforderung trotz ausreichender Frist nicht nachkommen, einen zusätzlichen Krankenkassenbeitrag von monatlich 10 Euro zahlen sollten, bis die Eintragung erfolgt ist. Die Einrichtung des Organspenderegisters wurde bereits im Jahr 2020 beschlossen und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2024 starten.
In dem Register sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Erklärungen zur Spendebereitschaft online speichern können. Alle Menschen in Deutschland sollen mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema angesprochen werden. Pilsinger schlägt vor, dass alle Krankenkassen ihre Versicherten zweimal schriftlich auffordern sollen, ihren Willen zu dokumentieren. Dabei soll neben der Bereitschaft und einem Nein zur Organspende auch die Option "Ich kann mich nicht entscheiden" zur Verfügung stehen. Menschen, die sich aufgrund kognitiver Fähigkeiten oder psychischer Beeinträchtigungen nicht selbstständig entscheiden können, sollen somit ebenfalls berücksichtigt werden.
Die vorgeschlagene Sanktionierung stößt bei den Krankenkassen jedoch auf Ablehnung. Der GKV-Spitzenverband äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher monatlicher Strafzahlungen und des bürokratischen Mehraufwands, der damit verbunden wäre. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert dagegen die konsequente Umsetzung der bereits gefassten Beschlüsse. Seit vier Jahren existiert ein Gesetz, das jedoch bislang nicht umgesetzt wurde. Zudem erfüllen kaum Bürgerämter ihre Informationspflicht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern seien gefordert, das beschlossene Online-Organspenderegister endlich startklar zu machen, betont Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.
Derzeit warten in Deutschland rund 8.400 Menschen auf ein oder mehrere Organe, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Im vergangenen Jahr spendeten 965 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe, 96 mehr als im Vorjahr. (eulerpool-AFX)

