Oracle: Zwischen Wachstumsfantasie und verfehlten Erwartungen
Der Software-Gigant Oracle hat im dritten Quartal die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street nicht erfüllt. Trotz eines Umsatzanstiegs von sechs Prozent auf 14,13 Milliarden US-Dollar blieben die Resultate hinter den Analystenprognosen zurück, die mit 14,39 Milliarden Dollar kalkuliert hatten. Diese Abweichung hinterließ einen bitteren Nachgeschmack bei den Investoren, die enttäuscht reagierten: Oracles Aktienwert fiel zuletzt um rund sechs Prozent.
Auf dem Börsenparkett ist der Konzern derzeit etwa 360 Milliarden Euro wert, während der deutsche Konkurrent SAP einen Marktwert von gut 290 Milliarden Euro erreicht. Obwohl der Nettogewinn beeindruckend um 22 Prozent auf beinahe 2,94 Milliarden Dollar stieg, verfehlte der bereinigte Gewinn je Aktie die Erwartungen. Analysten hatten mit 1,49 Dollar gerechnet, Oracle erreichte jedoch nur 1,47 Dollar.
Oracle positioniert sich als Schwergewicht im Bereich Unternehmenssoftware und strebt an, vom Boom der Künstlichen Intelligenz zu profitieren. Firmenchefin Safra Catz hob hervor, dass bedeutende Cloud-Vereinbarungen mit KI-Pionieren wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und Elon Musks xAI geschlossen wurden. Jefferies-Analyst Brent Thill erkannte den robusten Auftragsbestand von Oracle an, stellte jedoch enttäuschende Umsatzzahlen und Margen fest.
Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 wurde bestätigt, mit einem prognostizierten Wachstum von 20 Prozent im darauffolgenden Jahr. Die Gewinnmarge werde jedoch 2026 auf 41 bis 42 Prozent sinken. UBS-Analyst Karl Keirstead betonte, dass dem starken Auftragseingang und dem positiven Wachstumsausblick ein enttäuschender Quartalsumsatz gegenüberstehe. Vorsichtigere Einschätzungen für das laufende Jahr führten zur verhaltenen Reaktion am Markt.

