OPEC+ stößt an Kapazitätsgrenzen: Produktionsziele bleiben unerfüllt
Die Öl-Allianz OPEC+, die für rund 50 Prozent der globalen Ölförderung verantwortlich zeichnet und neben den Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder auch Länder wie Russland umfasst, hat seit April ihre Produktionsziele nur zu etwa drei Vierteln erreicht. Für das laufende Jahr prognostizieren Experten, dass diese Quote weiter fallen könnte, da die Förderkapazitäten vieler Mitglieder an ihre Grenzen stoßen.
Zwischen April und August förderte OPEC+ fast 500.000 Barrel pro Tag unter dem geplanten Produktionsanstieg von 1,92 Millionen Barrel pro Tag. Diese Lücke, die etwa 0,5 Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht, unterstützt die Ölpreise und widerspricht den Markterwartungen eines Überangebots.
Einige OPEC+-Mitglieder, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, erhielten die Erlaubnis, ihre Produktionsmengen zu erhöhen, jedoch erschweren sogenannte Kompensationskürzungen und die abnehmende Reservekapazität vieler Mitgliedsländer, angeführt von Saudi-Arabien und der UAE, die Planumsetzung. Analysten erwarten daher, dass die OPEC+ in den kommenden Monaten ihre Ziele um etwa die Hälfte verfehlen könnte.
Im September plant OPEC+ eine Produktionssteigerung von 547.000 Barrel pro Tag, gefolgt von 137.000 Barrel im Oktober. Die tatsächlichen Zuwächse könnten allerdings weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, da Länder wie Algerien, Kasachstan und Russland bereits nahe ihrer Kapazitätsgrenzen produzieren.
Saudische Kraftanstrengungen trugen zuletzt den Löwenanteil des Produktionszuwachses bei. Die knappen Produktionsreserven von OPEC+ dienen als wichtige Puffer für globale Lieferunterbrechungen.
Barclays prognostiziert, dass die Reservekapazität der OPEC bis 2026 auf 2 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen könnte. Die OPEC+ behält weiterhin eine übergreifende Kürzung von 2 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2026 bei, was die langfristige Marktstabilität zusätzlich belasten könnte.

