Eulerpool News

Opec+ kehrt Förderpolitik um – Markt rechnet mit Überangebot noch vor Jahresende

04. August 2025, 14:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Die Opec+ hat ihre Rohölförderung erhöht, was zu einem drohenden Überangebot führen könnte. Analysten warnen vor langfristigen Preisrisiken bezüglich geopolitischer Unsicherheiten.

Die Opec+ hat am Sonntag angekündigt, ihre Rohölförderung ab September um weitere 547.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Damit ist die Rücknahme der freiwilligen Produktionskürzungen abgeschlossen, mit denen acht Mitglieder – darunter Saudi-Arabien, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate – seit Anfang 2024 versucht hatten, die Preise zu stabilisieren. Ursprünglich war geplant, täglich 2,2 Mio. Barrel weniger zu fördern, doch das Bündnis verlor zunehmend Marktanteile an Nicht-Opec-Länder wie die USA, Brasilien und Kanada.

Die Entscheidung zur vollständigen Rücknahme kommt schneller als erwartet: Ursprünglich sollte die Lockerung der Kürzungen schrittweise bis Ende 2025 erfolgen. Seit März allerdings dreht die Gruppe deutlich rascher an der Angebotsseite, was Marktteilnehmer überraschte. Allein die VAE erhalten zusätzlich 300.000 Barrel pro Tag – ein Signal dafür, dass auch innerhalb der Opec+ geopolitische Interessen zunehmend über die gemeinsame Preisstrategie dominieren.

Internationale Analysten warnen bereits vor einem drohenden Überangebot. TotalEnergies geht davon aus, dass Öl in absehbarer Zeit „im Überfluss vorhanden“ sein werde, besonders bei einer Verlangsamung des globalen Wachstums. Auch die Energieberater von Rystad und Energy Aspects erwarten ein stark abnehmendes Produktionswachstum außerhalb der Opec ab 2026 – was mittelfristig allerdings wieder zu Angebotsengpässen führen könnte.

Trotz der zusätzlichen Opec+-Barrel hält sich die Nachfrage bislang stabil – unterstützt durch die Sommersaison. Zwischen April und Mai sank der Brent-Preis um 19 Prozent unter 60 Dollar, hat sich aber zuletzt auf 69 Dollar erholt. Die geopolitische Unsicherheit durch den Israel-Iran-Konflikt und neue US-Handelsabkommen trugen dazu bei, den Preis zu stützen.

Noch immer gelten zwei zusätzliche Kürzungstranchen: eine freiwillige Kürzung von 1,65 Mio. Barrel pro Tag sowie ein gemeinsamer Schnitt aller Mitglieder von 2 Mio. Barrel. Beide laufen regulär bis Ende 2026. Wie dieses Volumen zurückgeführt wird, dürfte das nächste große Streitthema innerhalb des Kartells werden. Teilnehmer des jüngsten Opec+-Seminars in Wien beschrieben die Stimmung als „deutlich vorsichtig“ – viele rechneten mit einem klaren Angebotsüberhang in naher Zukunft.

Barclays wies in einer aktuellen Analyse darauf hin, dass Opec ihre freie Kapazität womöglich erstmals seit einem Jahrzehnt aktiv nutzen müsse. Auch das könne mittelfristig wieder zu höheren Ölpreisen führen – vorausgesetzt, die Angebotsflut wird nicht von einer hart einbremsenden Weltkonjunktur überlagert.

Finanzen / Unternehmen / Opec+ / Ölpreise / Energiepolitik
[Eulerpool News] · 04.08.2025 · 14:00 Uhr
[0 Kommentare]
Die regulatorische Landschaft verändert sich In den letzten Monaten hat eine verstärkte regulatorische Aufsicht als zentrales Thema auf den globalen Märkten an Bedeutung gewonnen, was Investoren dazu veranlasst, ihre Strategien neu zu bewerten. Der zunehmende Fokus auf Compliance und Transparenz könnte zu erheblichen Betriebskosten für Unternehmen […] (00)
vor 57 Minuten
Bundesregierung erwartet gebührenfreie Hormus-Passage
Athen/Teheran (dpa) - Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert nach Ende des Iran-Krieges einen gebührenfreien und sicheren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. «Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft bereit wäre zu akzeptieren, dass der Iran für jedes Schiff, das die Straße von Hormus durchquert, eine Mautstelle […] (00)
vor 52 Minuten
Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern
(BANG) - Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern, da sie sich sonst angeblich Probleme mit ihrem Visum einhandeln könnte. Der kolumbianische Superstar bereitet sich darauf vor, an beiden Sonntagen beim Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, als Headliner aufzutreten. Neben ihr gehören auch […] (00)
vor 10 Stunden
Die Apps Instagram, Facebook und WhatsApp auf einem Handy
Ellwangen/Berlin (dpa/tmn) - Nutzerinnen und Nutzer von Facebook und Instagram haben keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass ihre personenbezogenen Daten ausschließlich innerhalb Europas gespeichert und verarbeitet werden. Das hat das Landgericht Ellwangen in einem Urteil entschieden (Az.: 3 O 480/24), auf das die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im […] (01)
vor 3 Stunden
Warum Benzin in Deutschland so teuer ist – und wie sich der Preis wirklich zusammensetzt
Wer aktuell an die Tankstelle fährt, kennt das Gefühl: Der Blick auf die Zapfsäule sorgt oft für Stirnrunzeln. Preise von rund zwei Euro pro Liter sind längst keine Seltenheit mehr. Viele fragen sich deshalb völlig zurecht: Warum ist Benzin eigentlich so teuer – und wer verdient daran wirklich? Die Antwort darauf ist deutlich komplexer, als es auf den […] (01)
vor 8 Stunden
«Saturday Night Live»: Prominente Hosts beenden 51. Staffel im Mai
Die Kultshow «Saturday Night Live» setzt zum Staffelfinale mit hochkarätigen Gästen an. Der US-Sender NBC hat die letzten drei Ausgaben der 51. Staffel von Saturday Night Live angekündigt. Im Mai übernehmen gleich mehrere prominente Namen die Moderation der traditionsreichen Sketch-Show – begleitet von bekannten Musik-Acts. Den Auftakt macht am 2. Mai Olivia Rodrigo, die sowohl als Host als […] (00)
vor 4 Stunden
FC Barcelona - Atlético Madrid
Barcelona/Paris (dpa) - Hansi Flick droht mit dem FC Barcelona das Aus in der Champions League, auch der FC Liverpool mit Florian Wirtz steht nach dem nächsten Rückschlag vor dem K.o. im Viertelfinale. Nach langer Unterzahl unterlag Barça im Hinspiel Atlético Madrid mit 0: 2 (0: 1). Liverpool verlor bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain ebenfalls mit […] (04)
vor 5 Stunden
ClickRent-Datenleck: 2,5 Millionen Kunden des Autovermieters betroffen
Lahr, 08.04.2026 (lifePR) - Beim spanischen Autovermieter ClickRent ist es offenbar zu einem massiven Datenschutzvorfall gekommen, der für Millionen Kunden erhebliche Folgen haben kann. Nach Berichten spanischer Medien vom 31. März 2026 und 1. April 2026 sollen rund 2,5 Millionen Datensätze betroffen sein; abgeflossen sein sollen unter anderem Ausweisdokumente, […] (00)
vor 10 Stunden
 
Die wachsende Bedrohung durch Cybersicherheitsverletzungen Da die globale Wirtschaft […] (00)
Elektroautos auf dem Vormarsch Die Verkaufszahlen von Elektroautos haben sich […] (00)
Steigende Auslastung In einer bemerkenswerten Wende haben Chinas […] (00)
Rathaus (Archiv)
Berlin - Der Deutsche Landkreistag kritisiert die geplante Finanzspritze von […] (00)
Pokémon Champions ist ab sofort erhältlich
Heute beginnt mit  Pokémon Champions  eine neue Ära der Pokémon-Kämpfe. Das Spiel […] (00)
SC Freiburg
Freiburg (dpa) - 4,2 Millionen Euro stehen für den SC Freiburg auf dem Spiel. Klingt […] (02)
Klingel gegen den Algorithmus: Eine analoge Idee überlistet die Noise-Cancelling-Technologie
Wer in einer Großstadt Fahrrad fährt, kennt die Situation: Fußgänger: innen mit […] (01)
Die wachsende Bedrohung durch Cybersicherheitsverletzungen In der heutigen […] (00)
 
 
Suchbegriff