Online-Apotheken im Abwärtssog: Herausforderungen für Redcare Pharmacy und DocMorris
Die Aktien von Redcare Pharmacy und DocMorris erlebten am Mittwoch einen weiteren Rückschlag, ausgelöst durch ungünstige Signale vom deutschen Markt. Mit einem Minus von fünf Prozent auf das Schlusslicht im MDax fielen die Redcare-Aktien spürbar, während die Anteilsscheine von DocMorris in der Schweiz um 2,7 Prozent nachgaben. Diese Entwicklung setzt den negativen Trend beider Online-Apotheken fort.
Ein entscheidender Aspekt für die jüngste Abkühlung der Marktstimmung ist der Rückgang der Nutzeraktivität im Bereich der E-Rezepte. Nachdem im Juli ein signifikantes Wachstum zu verzeichnen war, zeigten sich im August laut Jefferies-Analyst Martin Comtesse erste Ernüchterungstendenzen. Bei Redcare sank die Anzahl aktiver Nutzer um neun Prozent und die App-Downloads um 13 Prozent. Der Wettbewerber DocMorris verzeichnete einen Rückgang von drei bzw. fünf Prozent.
Die Börsenlage verstärkt den Druck auf die ohnehin angeschlagenen Unternehmen. DocMorris hat in diesem Jahr fast 70 Prozent seines Wertes eingebüßt, und auch Redcare sieht sich erheblichen Verlusten ausgesetzt. Seit dem Höchststand von 171,40 Euro im letzten November summieren sich die Verluste bei Redcare auf knapp 57 Prozent. Die charttechnischen Analysen zeichnen kein positives Bild für die zukünftige Kursentwicklung dieser Aktien.
Zu den Belastungsfaktoren gesellt sich der anstehende Ausschluss von Redcare aus dem Stoxx Europe 600 Index im September. Bereits zu Wochenbeginn reduzierten die Analysten von Oddo BHF signifikant ihr Kursziel für den Online-Dienstleister. Des Weiteren sorgt die Befürchtung vor zunehmender Konkurrenz durch potenzielle Markteinsteiger wie Drogerieketten für zusätzliche Unsicherheit bei Investoren und Aktienhaltern.

