Onimusha 2: Samurai’s Destiny (PS5) – Game Review

21. Mai 2025, 08:15 Uhr · Quelle: DailyGame.AT
Das Remaster von Onimusha 2: Samurai’s Destiny läutet das Comeback der lange vergessenen Samurai-Saga von Capcom ein. Nächstes Jahr soll ein ganz neues Onimusha erscheinen, aber nun holt das Remaster von Samurai’s Destiny zuerst den zweiten Ableger der Reihe zurück, der ursprünglich auf PlayStation 2 erschien. Heute ist die Konkurrenz von Onimusha zwar viel größer als früher und es wimmelt nur so von Samurai-Spielen. Trotzdem bringt das Retro-Abenteuer frischen Wind ins Open-World-übersättigte Samurai-Genre.

Worum geht’s in Onimusha? Mal wieder hat es der berühmt-berüchtigte Feldherr Nobunaga – diesmal in Dämonenform – auf das feudale Japan abgesehen. Nachdem seine Horde an Monstern die Heimat von Samurai Jubei abschlachtet, schwört dieser Rache gegen die dämonischen Handlanger von Nobunaga. Spielerisch zeigt sich Onimusha dabei nicht als reines Hack ‘n’ Slash, sondern als Mischung aus Resident Evil und Schwertkampf. Die Formel besticht tatsächlich auch nach 20 Jahren noch.

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Cutscene mit Nobunaga - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Cutscene mit Nobunaga – Bild © Capcom

Gameplay der alten Schule

In Onimusha 2 gilt es nicht nur zu metzeln, sondern auch Herrenhäuser und Kerker mit abstrusen Rätseln und Fallen zu erforschen – wie bei den alten Resi-Klassikern mit fixierten Kamerawinkeln. Allerdings ist hier nicht Überlebenskampf, sondern Action angesagt. Denn auf jeder Map erscheinen unzählige Dämonen, die es auf den Protagonisten Jubei abgesehen haben. Das erinnert wenig an Devil May Cry, wobei das Kampfsystem nicht so ausgefeilt ist wie beim großen Capcom-Bruder.

Jubei krallt sich über den Verlauf der Kampagne insgesamt vier Nahkampfwaffen, die jeweils über einen Standardangriff, einen aufladbaren Schwung und eine mächtige Magie-Attacke verfügen. Blocken ist mit der Schultertaste möglich und mit genügend Seelen kann sich Jubei kurz in einen Dämon verwandeln. Wer die Maps ordentlich erkundet, bekommt obendrauf eine Extra-Kombo pro Waffe. Apropos, alle Gegner lassen Seelen fallen, die das Equipment bis zu drei Mal aufleveln können. Ein Souls-Like ist Onimusha aber nicht.

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Dungeon - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Dungeon – Bild © Capcom

Das wirkt schlicht, hält aber trotzdem sehr gut bei der Stange. Onimusha 2: Samurai’s Destiny bietet klassische Arcade-Action, bei der wuchtiges Treffer-Feedback und eine gute Varianz an Gegnertypen vollkommen ausreichen. Mit anderen Capcom-Klassikern der Zeit wie Resident Evil 4 oder Devil May Cry 3 kann der Titel zwar nicht mithalten. Dafür wirken manche Rätsel zu einfallslos (Samurai-Schlösser voll von Sudoku) und es fehlt an wirklich guten Bosskämpfen.

Dennoch ist es erfrischend, mal wieder ein traditionelles Action-Adventure ohne Schnickschnack zu spielen. Onimusha hat keine riesige Open World mit endlosen Checklisten, aber das braucht es nicht. Die kompakte acht bis zehn Stunden lange Kampagne dreht sich ganz um flotte Action und um gelegentliches Grübeln. Zwar ist das Game nicht sonderlich schwer, nimmt Spieler aber nicht bei der Hand.

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Kampfsystem - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Kampfsystem – Bild © Capcom

Es ist daher umso motivierender, Geheimnisse zu entdecken, ohne dass aufdringliche GPS-Systeme und Tutorialboxen jeden Schritt anleiten. Auch moderne Games dürfen sich das gerne wieder öfter trauen. Es gibt keine gigantischen Skill-Trees oder unendlich Loot, aber dafür fühlt sich jedes HP-Upgrade oder Item, das optionale Rätseln hergeben, wertvoll und belohnend an. Wer nach den Credits nicht genug hat, kann seine Fighting- und Knobel-Skills außerdem in insgesamt drei Minigames testen.

Die Story ist ein wenig albern

Weniger glorreich gealtert ist das Storytelling. Jubei trifft relativ rasch auf Mitstreiter, die ihm in Kämpfen zur Seite springen, wenn der Lebensbalken niedrig ist. In der Story haben die Charaktere dramatische Hintergrundgeschichten und ulkige Macken, aber davon zündet kaum etwas. Es handelt sich um eine lose Ansammlung von Filmklischees mit kruden Animationen und einer amateurhaften Vertonung, die der Zeit geschuldet ist.

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Zwischensequenz - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Zwischensequenz – Bild © Capcom

Es kann einen ironischen Trash-Charme haben, wenn beispielsweise die Sprecher die Mundbewegungen fast gar nicht treffen – aber selbst dafür reicht es manchmal kaum. Auch über manche kitschigen Charakter-Designs, besonders bei den Bösewichten, lässt sich streiten. Immerhin der Soundtrack ist gelungen und erzeugt eine stimmige Japano-Atmosphäre.

Das macht das Remaster von Onimusha 2: Samurai’s Destiny neu

Onimusha 2: Samurai’s Destiny ist kein grafisches Remake, wie etwa Dead Rising Deluxe Remaster. Stattdessen veröffentlicht Capcom das alte Spiel mit HD-Auflösung und einem Widescreen-Format neu. Viel mehr war für das Game aber ohnehin nicht notwendig. Samurai’s Destiny hatte nämlich vorgerenderte Hintergründe, wodurch die statischen Umgebungen grafisch viel fortgeschrittener aussehen als die Real-Time-Elemente von damals.

Schlecht emuliert werden solche statischen Hintergründe manchmal verpixelt dargestellt, aber für Samurai’s Destiny wurden die Umgebungen tadellos hochskaliert. Vor allem die beweglichen Wasserelemente wirken geradezu modern. Gleichzeitig erlauben solche statischen Kameras ein ganz eigenes cineastisches Feeling, das moderne Third-Person-Games nicht mehr besitzen. Die alten 4:3-Bilder mussten ins Widescreen-Format gestreckt werden, aber sehen dabei nicht verzerrt aus. Wer es trotzdem originalgetreu will, kann in den Optionen von 16:9 auf 4:3 wechseln.

Kleine Schnitzer

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Seelen und Orbs - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Seelen und Orbs – Bild © Capcom

Ganz sauber ist das Remaster aber nicht. Die gelegentlichen Ladezeiten sind zwar selten und dauern maximal eine Sekunde, aber es ist seltsam, dass diese auf PS5 nicht vollständig behoben wurden. Außerdem hätte eine neue englische Vertonung der Atmosphäre stark geholfen. Zwar gibt es eine japanische Sprachoption, aber diese stellt das komplette Spiel – inklusive Menüs – auf Japanisch um. Dementsprechend mag die japanische Synchronisation besser sein, aber in der von uns getesteten Fassung ist diese nicht mit englischen oder deutschen Texten kombinierbar.

Ähnlich wie beim Remaster vom ersten Resident Evil kommen das Gameplay und die Analogsteuerung nicht immer perfekt zusammen. Viele vorgerenderte Spiele hatten früher nämlich eine sogenannte Panzersteuerung. Für diese wurde der Stick durchgehend nach vorne gehalten, damit sich Charaktere trotz vielen Kamerawechseln in einer geraden Linie bewegen. Mit der analogen Steuerung kann es gelegentlich dazu kommen, dass man Jubei nach einem Bildwechsel aus Gewohnheit wieder zurück in die vorherige Map lenkt. Insgesamt ist das kein Beinbruch, aber es kann passieren.

Onimusha 2: Samurai's Destiny HD Screenshot, Puzzle - Bild © Capcom

Onimusha 2: Samurai’s Destiny HD Screenshot, Puzzle – Bild © Capcom

Auch neu ist ein Auto-Save-Feature. Aber aufgepasst: Manchmal liegen die Auto-Saves hinter den manuellen Speicherständen zurück. Auch das ist kein Riesenproblem, mehr als eine Minute geht nie verloren, aber es kann gelegentlich vorkommen.

Es hätte mehr sein dürfen

Allerdings ist das größte Manko die Release-Form. Üblicherweise verpackt Capcom seine Klassiker in größere Sammlungen, wie die Devil May Cry Trilogy, oder zuletzt größere Bundles von Serien wie Marvel vs. Capcom oder Ace Attorney. Nach der Einzelveröffentlichung vom ersten Onimusha: Warlords 2019 erscheint leider auch Onimusha 2: Samurai’s Destiny ohne seine zwei Nachfolger. Zwar sind 29,99 Euro für ein kompetentes Remaster durchaus fair. Trotzdem ist es enttäuschend, den Fan-Liebling Onimusha 3 nicht dabei zu haben. Möglicherweise hat das rechtliche Gründe, weil im dritten Teil ursprünglich der Schauspieler Jean Reno einen der Hauptcharaktere verkörpert hat.

Fazit zu Onimusha 2: Samurai’s Destiny

Onimusha 2: Samurai’s Destiny ist ein gutes Remaster. Es handelt sich um kein vollwertiges grafisches Remake wie andere Remaster der letzten Jahre, aber das ist nicht schlimm. Die vorgerenderten Hintergründe wurden mit Sorgfalt hochskaliert und behalten somit durchaus den Charme von früher bei. Lediglich beim Storytelling wirkt das Spiel heutzutage sehr altbacken. Dafür aber motiviert das simpel wirkende Hack ‘n’ Slash-Gameplay mit gelegentlichen Puzzle-Einlagen noch immer. Tatsächlich wirkt diese Art von Retro-Abenteuer im Vergleich zu modernen Samurai-Open-Worlds wie eine willkommene Abwechslung und macht Lust auf das für 2026 angekündigte Onimusha: Way of the Sword.

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[dailygame.at] · 21.05.2025 · 08:15 Uhr
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