Investmentweek

Ölpreis schießt hoch: Nahost-Eskalation schüttelt die Finanzmärkte durch

16. Juni 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Israels Angriff auf den Iran treibt Öl, verunsichert Aktienmärkte und treibt Anleger in sichere Häfen. Ein Blick auf die wirtschaftlichen Folgen einer brisanten geopolitischen Gemengelage.

Der Angriff kam in der Nacht – die Reaktion an den Märkten folgte unmittelbar. Israels Militärschlag gegen den Iran hat am Freitag binnen Stunden eine Welle von Kursbewegungen ausgelöst, wie man sie seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht mehr gesehen hat.

Öl, Anleihen, Gold und selbst Kryptowährungen reagierten teils drastisch. Doch wie stabil sind die Märkte wirklich? Und was bedeutet die Eskalation für Anleger?

Ölpreis mit stärkstem Tagesplus seit dem Ukrainekrieg

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Nervosität am Ölmarkt. Die Sorte Brent verteuerte sich am Freitag zeitweise um über 13 Prozent – der stärkste Anstieg seit März 2022. Damals hatte der russische Einmarsch in die Ukraine die Versorgungslage auf dem Weltmarkt erschüttert.

Die US-Sorte WTI stieg sogar um 14 Prozent. Solche Bewegungen innerhalb weniger Stunden sprechen eine klare Sprache: Anleger fürchten Angebotsengpässe.

Der Hintergrund liegt auf der Hand: Der Iran gehört zu den wichtigsten Ölförderländern weltweit. Kommt es zu Gegenangriffen, drohen massive Störungen der Transportwege.

Besonders die Straße von Hormus gerät ins Visier der Finanzwelt: Durch diese Meerenge fließen täglich rund 20 Prozent der weltweiten Ölexporte. Eine Blockade würde die globalen Lieferketten empfindlich treffen – und die Preise weiter treiben.

Die Analysten der Deutschen Bank blicken mit Sorge auf mögliche Vergeltungsschläge Teherans. Und bei JP Morgan werden bereits Kursziele von 120 Dollar pro Barrel diskutiert, sollte die Lage eskalieren.

13 Prozent Plus an nur einem Tag: Der Brent-Ölpreis reagiert heftig auf Israels Angriff – das stärkste Tagesplus seit dem Ukraine-Krieg 2022.

Zwar liegt Brent derzeit erst wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn, doch das Pulverfass Nahost bleibt ein unkalkulierbares Risiko für den Ölpreis.

Aktienmärkte geraten unter Druck

Während der Ölpreis haussiert, geraten die Aktienmärkte ins Wanken. Der Dax sackte am Freitag um bis zu 1,7 Prozent auf 23.360 Punkte ab. Auch Eurostoxx und Nikkei verloren spürbar.

Noch allerdings bleibt die große Panik aus. „Viele Investoren nutzten die Eskalation als willkommenen Anlass, um nach starken Kursgewinnen der letzten Monate Gewinne mitzunehmen“, ordnet CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl ein.

Tatsächlich war der Dax seit Jahresbeginn rund 20 Prozent gestiegen – deutlich mehr als in einem gewöhnlichen Börsenjahr. Nun droht der Schwung ins Stocken zu geraten. Der Volatilitätsindex VDax kletterte um neun Prozent auf 23 Punkte. Noch signalisiert das kein akutes Krisenszenario, aber ein deutlich erhöhtes Risikobewusstsein.

Besorgniserregend bleibt die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und steigenden Rohstoffpreisen.

„Steigt Öl so schnell und stark, belastet das auch die Industrie in Europa“, so Stanzl.

Selbst der feste Euro könne diese Importpreissteigerungen kaum noch kompensieren.

Anleihen profitieren als sicherer Hafen

In Krisenzeiten greifen Anleger reflexartig zu Staatsanleihen – und diesmal ist es nicht anders. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries fielen auf 4,31 Prozent, Bundesanleihen rentieren nur noch mit 2,42 Prozent – beides Mehrmonatstiefs.

QC-Partners-Portfoliomanager Thomas Altmann spricht von einer „klassischen Risiko-Aversion“, die aktuell die Umschichtungen treibt.

Umgekehrt müssen Staaten im Krisengebiet deutlich höhere Zinsen bieten: Israelische Staatsanleihen sprangen auf Renditen von 4,6 Prozent – der höchste Stand seit November 2024.

Gold kratzt am Rekordhoch

Gold bleibt auch 2025 der große Gewinner geopolitischer Unsicherheit. Der Preis kletterte auf bis zu 3444 Dollar je Unze und nähert sich damit erneut historischen Höchstständen. Analyst Tim Waterer von KCM Trade sieht weiteres Potenzial, sollte die Eskalation anhalten.

Allein in diesem Jahr legte Gold bereits 30 Prozent zu – gestützt von Notenbankkäufen und privater Absicherung gegen politische Risiken.

Allerdings wird der Goldanstieg durch den ebenfalls stärkeren Dollar teilweise gebremst: Der Dollar-Index legte um 0,5 Prozent zu und verteuerte den Edelmetallkauf vor allem für Nicht-US-Investoren.

Krypto zeigt erneut seine Achillesferse

Während Gold glänzt, liefern Kryptowährungen einmal mehr das bekannte Bild in Krisenzeiten: Sie rauschen ab. Bitcoin fiel um vier Prozent auf rund 104.000 Dollar, Ether verlor sogar zehn Prozent.

Kleinere Coins wie Solana, Dogecoin oder der spekulative Trump-Coin rutschten zum Teil im zweistelligen Prozentbereich ab.

„Kryptos bleiben Risikoassets“, analysiert InvestmentWeek. In geopolitischen Schockmomenten entziehen viele Anleger diesen Märkten reflexartig Liquidität – ein Muster, das sich seit Jahren zuverlässig wiederholt.

Noch keine Gefahr für die Weltwirtschaft – bislang

So dramatisch die Kursbewegungen an den Finanzmärkten auch ausfallen – die gesamtwirtschaftlichen Folgen bleiben nach Einschätzung vieler Experten bislang begrenzt.

„Wirklich gefährlich für die Weltkonjunktur würde es erst bei dauerhaften Störungen der Öllieferungen aus dem Nahen Osten“, sagt Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding. Ein solches Szenario hält er derzeit für wenig wahrscheinlich.

Der Nahostkonflikt bleibt allerdings ein Störfeuer, das die Märkte kurzfristig nervös machen dürfte. Vieles hängt nun davon ab, ob die Eskalation weitere internationale Akteure involviert – oder sich wieder beruhigt.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 16.06.2025 · 14:00 Uhr
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