Österreichische Börse trotzt geopolitischen Unsicherheiten mit Gewinn
Die Wiener Börse hat die Woche stark abgeschlossen und dabei geopolitische Turbulenzen abgeschüttelt. Der ATX, der als Leitindex fungiert, verzeichnete einen Zuwachs von 0,47 Prozent und schloss bei 5.604,90 Punkten. Auch der ATX Prime konnte um 0,39 Prozent auf 2.779,34 Zähler ansteigen. Erfreulich waren dabei die moderat positiven Konjunkturindikatoren, die dazu beitrugen, den Vortagesverlust wettzumachen.
Im Fokus der geopolitischen Entwicklungen steht weiterhin die brisante Lage zwischen den USA und dem Iran, die den Anlegern Sorgen bereitet. Positiv aufgenommen wurde hingegen die temporäre Entspannung in der Ukraine. Präsident Trump erreichte von Russland das Versprechen einer vorläufigen Einstellung der Luftangriffe auf Kiew, während die Ukraine bereit ist, im Gegenzug keine russischen Raffinerien anzugreifen.
Ökonomisch waren die Nachrichten gemischt, aber nicht ohne Hoffnungszeichen. Das Bruttoinlandsprodukt in Österreich stieg im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent und erreichte im Jahresvergleich einen Zuwachs von 0,7 Prozent. Deutschlands BIP konnte mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal die Erwartungen übertreffen, was auf eine leicht anziehende Konjunktur hinweist.
Besonders im Mittelpunkt der Unternehmensnachrichten stand die Raiffeisen Bank International. Die Bank erzielte, exklusive Russland, einen Gewinnsprung von 48 Prozent. Obwohl Verluste im Russland-Geschäft die Bilanz belasteten, bewertete die Erste Group Research den Dividendenvorschlag als unerwartet positiv. Analysten erwarten, dass die RBI-Aktie weiterhin Kursgewinne erzielen könnte.
Weitere Unternehmensentwicklungen betrafen Bajaj Mobility, deren Aktien nach Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen um 2,86 Prozent zulegten. Auch die Aktie des Maschinenbauers Andritz blieb stabil, während das Unternehmen verstärkt in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investiert. Auf dem Bau- und Bankensektor konnte sich die Porr von vorangegangenen Verlusten erholen, ebenso gewannen die schwergewichtigen Titel der Erste Group an Boden.
Im Sog dieser positiven Entwicklungen gab es allerdings auch Verlierer an der Börse. Aktien der Addiko Bank, RHI Magnesita und Rosenbauer mussten herbe Kursverluste hinnehmen, ebenso wie die OMV, deren Kursziel nach unten korrigiert wurde.

