Ölmarkt unter Druck: Geopolitische Spannungen schüren Unsicherheit
Die jüngsten Entwicklungen am Ölmarkt lassen aufhorchen: Nach einer Serie von Preisanstiegen haben die Ölpreise am Freitag einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder eingebüßt. Im frühen Handel sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf 69,90 Dollar, was einem Rückgang von knapp einem Dollar oder 1,3 Prozent entspricht. Am Tag zuvor hatte die angespannte Lage im Iran den Preis für Brent-Rohöl noch um bis zu fünf Prozent auf 71,89 Dollar steigen lassen und damit das Niveau von über 70 Dollar erstmals seit September überschritten. Trotz des Rückgangs am Freitag bleibt der Preis für Brent immer noch rund vier Dollar oder sechs Prozent höher als noch Ende der letzten Woche.
Auch der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) bewegte sich in eine ähnliche Richtung und fiel im frühen Handel um 1,17 Dollar oder 1,8 Prozent auf 64,25 Dollar, nachdem er am Donnerstag einen Höchststand von 66,48 Dollar erreicht hatte. Haupttreiber dieser Entwicklungen ist die politische Lage im Iran.
So hatte US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstag eine militärische Eskalation angedeutet, falls die iranische Regierung Angriffe auf amerikanische Einrichtungen plant. Die Befürchtungen am Ölmarkt sind groß, dass sich die geopolitischen Risiken auf die ölreiche Region am Persischen Golf weiter ausweiten könnten. Ein möglicher US-Angriff auf den Iran könnte den Schiffsverkehr durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus beeinträchtigen und damit die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten gefährden. Diese Meerenge ist ein essenzieller Knotenpunkt für den Transport von Öl und Flüssigerdgas in die ganze Welt.

