Ölmarkt im Spannungsfeld: Steigende Preise trotz Unsicherheiten
Die Ölpreise setzten ihre Aufwärtsbewegung zu Beginn der Woche fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent für die April-Lieferung wurde am Montag mit 72,21 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von 46 Cent im Vergleich zum Freitag entspricht. Auch der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 55 Cent auf 67,02 Dollar zu.
Im Fokus der Investoren steht weiterhin der geopolitische Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Vermehrt richtet sich der Blick auf die Möglichkeit eines neuen Atomabkommens, nachdem Irans Außenminister Abbas Araghtschi optimistisch auf eine anstehende Verhandlungsrunde mit den USA blickt. Ein potenziell verbessertes Abkommen könnte die Ölexporte des Iran erhöhen und den Druck auf die Ölpreise verstärken.
Doch insgesamt bleibt die Situation angespannt, da US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge mögliche militärische Maßnahmen erwägt, um den diplomatischen Druck zu erhöhen. Parallel dazu sorgt der Handelsstreit zwischen den USA und der Welt für Unruhe auf den Märkten. Nach einer Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile von Trumps Zollpolitik, kündigte der Präsident einen globalen Einfuhrzoll von 15 Prozent an, was die Sorge vor einer wirtschaftlichen Abkühlung nährt und die Rohölnachfrage belasten könnte.
In dieser volatilen Gemengelage passt die Großbank Goldman Sachs ihre Prognosen an und senkt ihre Erwartung, wenngleich weiterhin von einem Rückgang ausgegangen wird. Morgan Stanley rechnet ebenfalls langfristig mit einem Preisniveau von 60 Dollar für Brent. Im Vordergrund stehen hierbei Risiken, weniger tatsächliche Angebotsengpässe, die die Preise nach oben treiben.

