Ölembargo der USA belastet Flugverkehr nach Kuba: Air Canada stoppt Verbindungen vorübergehend
Die gegen Kuba verhängte amerikanische Ölblockade beginnt, erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr zu zeigen. Aufgrund eines akuten Treibstoffmangels hat die kanadische Fluggesellschaft Air Canada beschlossen, die Flüge zur karibischen Insel vorübergehend einzustellen. Das Unternehmen teilte mit, dass für die nächsten Tage lediglich leere Maschinen nach Kuba fliegen, um rund 3.000 gestrandete Passagiere gemäß dem regulären Flugplan zurückzubringen. Hierbei handelt es sich vor allem um kanadische Touristen, die den Großteil der internationalen Besucher Kubas ausmachen. Air Canada betonte, dass die Entwicklung der Situation genau beobachtet werde, um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt die Wiederaufnahme des regulären Flugbetriebs in Betracht zu ziehen.
Die kubanischen Behörden hatten zuvor den internationalen Fluggesellschaften mitgeteilt, dass aufgrund des von den USA verhängten Ölembargos ab Dienstag keine Betankung mehr möglich sei. Diese Information wurde von der US-Flugaufsichtsbehörde FAA untermauert, die vor einem Kerosinmangel am Flughafen von Havanna warnte.
Andere Airlines, wie etwa die spanische Air Europa, setzen zwar Vorsichtsmaßnahmen um, verzichten jedoch auf eine völlige Einstellung ihrer Flüge. Sie plant Zwischenstopps in Nachbarländern wie der Dominikanischen Republik für die notwendige Betankung. Auch Iberia bietet Alternativen wie Rückerstattungen und Umtausch von Tickets an.
Der Druck der USA auf die kubanische Regierung wächst seit Wochen erheblich. Nachdem Venezuela als traditioneller Öllieferant aufgrund amerikanischer Sanktionen nicht mehr liefern kann, hat auch Mexiko seine Ölversorgung eingestellt. Die wirtschaftlich schwere Lage Kubas verschärft sich durch die amerikanische Blockadepolitik, ein Umstand, der weitreichende Konsequenzen für die ohnehin angeschlagene Wirtschaft des sozialistischen Inselstaates haben könnte.

