Nvidia im Visier der US-Wettbewerbsbehörden
Nvidias marktbeherrschende Stellung im Bereich der Chips für Künstliche Intelligenz hat die Aufmerksamkeit amerikanischer Wettbewerbshüter auf sich gezogen. Das US-Justizministerium hat laut Informationen des Finanzdienstes Bloomberg von Nvidia und anderen beteiligten Unternehmen rechtlich verbindliche Auskünfte eingeholt. Die Kartellwächter befürchten, dass Nvidia durch seine Marktmacht Kunden daran hindern könnte, zur Konkurrenz zu wechseln.
Nvidia gehört zu den größten Gewinnern des KI-Booms, da seine Chips als führende Hardware für das Training von KI-Software in Rechenzentren gelten. Diese Vormachtstellung hat zu massivem Wachstum bei Umsatz, Gewinn und Aktienkurs geführt. Auch auf Softwareebene fährt Nvidia erhebliche Gewinne ein. Konkurrenten wie AMD und Intel haben es bisher schwer, mit Nvidia mitzuhalten.
Ein geplanter Zukauf von RunAI, einem Unternehmen, das Software zur Verwaltung von KI-Computern entwickelt, hat die Prüfung durch das Justizministerium ausgelöst. Die Ermittler wollen herausfinden, ob Kunden, die ausschließlich Nvidia-Technik nutzen, bevorzugte Konditionen erhalten und ob die Übernahme wettbewerbsrechtlich bedenklich ist.
Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Nvidia hingegen erklärte, dass der Konzern seinen Marktanteil durch die Stärke seines Angebots gewinne.
Die Bekanntmachung führte zu erheblichen Kursverlusten der Nvidia-Aktie. Bereits vor der Berichterstattung von Bloomberg sanken die Aktien im US-Handel um 9,5 Prozent. Anleger hinterfragen zunehmend die Nachhaltigkeit des KI-Booms, was zu einer Abwertung um rund 279 Milliarden Dollar führte. Nach Bekanntwerden der Anfragen der Regulierungsbehörden fiel die Nvidia-Aktie um weitere 2,4 Prozent. Trotzdem bleibt sie immer noch mehr als doppelt so viel wert wie zu Jahresbeginn.

