Angeschaut und ausprobiert

Nothing Phone 3: Dieses Smartphone spielt Flaschendrehen

08. Juli 2025, 15:00 Uhr · Quelle: dpa
Smartphones sind alle gleich und langweilig? Nichts Neues mehr los da draußen? Mitnichten. Das Phone 3 zeigt, was mit Kreativität und Witz alles möglich ist. Trifft das den Geschmack der Massen?

Berlin (dpa/tmn) - Blitzende LEDs, prominent platzierte Kameras und ordentlich Hype im Marketing. Nothing setzt seit dem Start 2020 auf Abgrenzung zum Rest des Smartphonemarkts. Nach den ersten Produkten im Mittelfeld nimmt das neue Phone 3 (ab 799 Euro) nun die Oberklasse in Angriff.

Und das Android-Smartphone bricht gleich mit der noch jungen Designphilosophie der Smartphone-Schmiede. Es fehlen: die Leuchtstreifen. Was das Phone 3 aber sonst so mitbringt: 

Design: Kreise, Linien - Geschmackssache

Ganz neutral: So sieht kein anderes Smartphone aus. Mann muss das Aussehen des Phone 3 nicht lieben, aber es bleibt im Kopf. Wer nur mit absoluter Symmetrie glücklich wird, schaut es besser nur von vorn an.

Alle anderen erfreuen sich an scheinbar zufälliger Anordnung von Linien, Kameralinsen oder der blinkenden Video-LED. Auch das kreisrunde Glyph-Matrix-Display ist ein Hingucker - und ein echter Conversation Starter.

Viele helle Punkte und - was mache ich jetzt damit?

Glyph-Matrix - hinter diesem schönen Namen steckt ein kleines rundes LED-Display mit knapp 490 weißen Punkten auf der Rückseite des Phone 3. Es wird über einen Touchbutton an der Rückseite gesteuert. Die Steilvorlage, hier einen Fingerabdrucksensor einzubauen, hat Nothing leider verpasst. Mit diesem Button und der Glyph Matrix kann man so einige Dinge anstellen:

  • Digitaluhr
  • Stoppuhr
  • Anrufmitteilung
  • Benachrichtigungen
  • Flaschendrehen
  • «Schere, Stein, Papier» spielen
  • eine magische Kugel befragen
  • Wasserwaage
  • Sonnenstanduhr
  • Selfie-Spiegel

Spielkram, könnte man jetzt sagen. Oder man setzt sich ein wenig damit auseinander und richtet die Leuchtpunkte nach dem eigenen Geschmack ein. Wie man's nimmt. Etwas sinnfrei erscheint die Glyph-Torch genannte Taschenlampenfunktion. Direkt neben der nicht sonderlich hellen Fackel ist die Blitz-LED verbaut - sie macht gescheit helles Licht.

Die Glyph-Matrix wird von Nothing für Entwickler geöffnet, neue Funktionen könnten also noch folgen. Grundsätzlich kann man sagen: Die Glyph-Matrix bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen als die bisherigen ikonischen Leuchtstreifen der Vorgänger-Modelle. Letztlich ist sie aber nur ein niedliches kleines, rundes Zweitdisplay - und eine Abkehr vom ganz eigenen Streifendesign. 

Hier wird es stark - vier Kameras für schöne Fotos

Viermal 50 Megapixel für Frontkamera, Hauptkamera, Ultraweitwinkel und Dreifach-Telekamera. Ganz schöne Hausnummer - und richtig schöne Fotos. Besonders die Telekamera hat es in sich. Die optische Dreifach-Vergrößerung lässt sich per «lossless zoom» tatsächlich noch digital weitgehend verlustfrei auf sechsfache Vergrößerung hochfahren.

So kann man dann auch aus 50 Metern Entfernung lesen, welche Werkzeuge die Handwerker gegenüber benutzen. Bei der Ansicht auf dem Smartphone-Display müssen sich die Bilder des Phone 3 nicht hinter Samsungs S25 oder Apples iPhone 16 verstecken.

Wer sich die Details am großen Bildschirm ansieht, entdeckt aber doch ein Haar in der Suppe. Zum Beispiel beim Fokus. Der ist messerscharf, aber wenn es an den Übergang zur Unschärfe geht, sieht das teils stark nach künstlichem Effekt aus und nicht nach natürlicher Objektivunschärfe. Hier lohnt ein tieferes Eintauchen in die Kameraeinstellungen. 

Toll: Wie beim iPhone lassen sich diverse Kamerastile und Effekte gleich in der App einstellen und nutzen. Etwa für Schwarzweiß-Porträts, Softfokus oder Architekturaufnahmen. Und die Makrokamera setzt auf das Teleobjektiv für extrem detaillierte Nahaufnahmen. 

Videos filmt das Phone 3 in 4K bei 60 Bildern pro Minute. Eine schöne, rot blinkende LED macht auch Menschen vor der Kamera darauf aufmerksam, dass sie gerade gefilmt werden. Das ist höflich und schafft Retro-Camcorder-Feeling.

Nothing OS - das ziemlich ablenkungsfreie Betriebssystem

Das Phone 3 läuft mit Nothing OS 3.5, einer optisch sehr angepassten Version von Android. Es erlaubt viele Möglichkeiten, sich das Telefon nach eigenen Vorstellungen einzurichten, sieht unheimlich diskret und schön aus - ohne große Ablenkung. Denn hier schreit nichts nach Aufmerksamkeit, alles ist dezent, unaufgeregt und übersichtlich. Und vorinstallierte Bloatware gibt es auch keine. Toll. Hervorheben sollte man noch zwei Dinge:

  • Essential Search: iPhone-User kennen das mit Spotlight. Statt überall in den einzelnen Apps nach Dingen zu suchen, wischt man nach unten und tippt in die Eingabezeile, was man sucht - oder tun will. NothingOS kann das auch - mit einem Swipe nach oben. Inhalte, Fotos, Nachrichten und mehr lassen sich so finden, auch Rechenaufgaben lösen oder eine Liste von Pizzaläden in der Nähe abrufen.
  • Essential Space: Wer Journaling mag oder seinen Tag vom Telefon organisieren lassen will, kann über den Space-Button (Rechts unter dem Sperrknopf) jeglichen Bildschirminhalt speichern und per Sprachbefehl beschriften oder mit Befehlen versehen. Foto vom kaputten Kopfhörer-Ladecase geknipst, dem Telefon gesagt, es soll am Nachmittag an den Reparaturtermin erinnern, fertig. Zugegeben, die Lernkurve für Essential Space ist hoch und - ganz individuell - ein solches Maß an Aufzeichnung braucht nicht jeder. Wer's mag, findet hier eine mächtige Notizfunktion. 

Damit alles up to date bleibt, gibt es dafür 5 Jahre Android-Upgrades und 7 Jahre Sicherheitsupdates. Das ist nicht ganz so lang wie bei Apple und Samsung, aber schon richtig gut. 

Nicht ganz der schnellste Chip, aber viel Ausdauer

Beim Chip setzt Nothing auf Qualcomms Snapdragon 8s Gen4 und damit nicht ganz auf das obere Ende des Sortiments. Das AMOLED-Display setzt nicht auf die stromsparendere LTPO-Technologie, USB 3.0-Unterstützung gibt es auch keine. Stört das wirklich? Im Alltag lässt sich das nicht bestätigen. Das Display ist hell und schnell, die Performance stockt nicht, große Datenmengen mussten wir nicht per Kabel übertragen. 

Während Nothing bei den Komponenten also niedriger stapelt als die Mitbewerber, macht sich das bei der Leistung im ersten Eindruck nicht bemerkbar. Bei der Akkulaufzeit punktet das Phone 3 und hängt ein aktuelles iPhone 16 Pro ab. 5150 Milliamperestunden stecken im Akku. Laufzeiten von 2 Tagen und mehr sind damit möglich. 

Aufladen mit 65 Watt am Kabel dauert 54 Minuten (Herstellerangabe), drahtlos lädt das Phone 3 mit maximal 15 Watt - und es kann auch auf die Rückseite gelegtes Zubehör drahtlos aufladen. 

Fazit: Alltagstauglicher Hingucker mit tollen Kameras

Das Nothing Phone 3 tritt gegen starke Konkurrenz an: etwa gegen das iPhone 16 und das Samsung S25 - um nur zwei zu nennen. Mit seinem eigenwilligen «Lieb-es-oder-lass-es»-Design und dem runden Punkte-Display sticht es auf jeden Fall optisch heraus. 

Die starke Kameraausstattung und das angenehme Betriebssystem und die Akkulaufzeit sind starke Pluspunkte. Ein Smartphone, das alles kann, was es können muss. In Details gibt es sich bisweilen der Konkurrenz geschlagen - etwa beim Display oder der Leistung des Chips.

Nothings erstes Flaggschiff segelt zum Preis von 799 Euro (12 GB RAM + 256 GB Speicher) oder 899 Euro (16 GB RAM + 512 GB Speicher).

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08.07.2025 · 15:00 Uhr
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