Neuer Warnstreik im Erfurter Zalando-Logistikzentrum: Gewerkschaft macht Druck
Der Tarifstreit im Erfurter Logistikzentrum von Zalando, einem bedeutenden Akteur im Online-Modehandel, hat mit einem erneuten Warnstreik eine neue Runde eingeläutet. Gewerkschaftssekretär Matthias Adorf von Handel Thüringen berichtete, dass sich bereits am frühen Morgen etwa 100 Mitarbeiter vor dem Zentrum versammelt hatten. Die Stimmung unter den Demonstrierenden sei durchweg positiv, und man rechne im Verlauf des Tages mit einer Beteiligung von rund 250 Beschäftigten.
Trotz vorangegangener Protestaktionen im April und Mai, die in der zwölfjährigen Geschichte des Zalando-Standortes in Erfurt erstmalig stattfanden, bleibt die Unternehmensführung bisher unnachgiebig. Laut Verdi gibt es keine Anzeichen für Verhandlungsbereitschaft seitens der Geschäftsleitung. Die Gewerkschaft fordert, dass die bestehenden Flächentarifverträge für den Einzel- und Versandhandel in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen endlich anerkannt werden.
Aktuell liegen die Löhne der Beschäftigten im Lager etwa 15 Prozent unter dem Niveau dieser Verträge, die zudem attraktive Zuschläge, verkürzte Wochenarbeitszeiten, tariflich geregelte Altersvorsorge und weitere Vorteile beinhalten. Verdi betont, dass die finanzielle Lage des Modehändlers eine Anpassung durchaus zulasse, was die Forderungen der Gewerkschaft nach faireren Konditionen umso dringlicher erscheinen lässt.

