Neuer Schwung in der Rentendebatte: Linke fordert stärkeren Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung
In einem bemerkenswerten Vorstoß unterstreicht Die Linke die Wichtigkeit einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Arbeitgeber an der Rentenversicherung. Ein aktuelles Thesenpapier schlägt vor, den Arbeitgeberanteil von derzeit 50 Prozent schrittweise auf 60 Prozent des Rentenbeitrags anzuheben. Diese Forderung stützt sich auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, das die rechtliche Zulässigkeit einer solchen Anpassung bestätigt.
Derzeit wird der Beitragssatz zur Rentenversicherung von 18,6 Prozent des Bruttolohns paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. Die Linke kritisiert jedoch, dass Arbeitnehmer zusätzlich privat vorsorgen müssen, um ein angemessenes Rentenniveau zu erreichen, und daher einseitig belastet werden. Parteichefin Ines Schwerdtner machte deutlich, dass Beschäftigte, die ein Leben lang arbeiten, von einer Rente profitieren sollten, die nicht nur zum Überleben reicht. In Richtung der Arbeitgeber fügte sie hinzu, dass jene, die vom Fleiß der Beschäftigten profitieren, auch fair zu deren sozialer Absicherung beitragen sollten.
Das Gutachten des Wissenschaftlichen Diensts weist darauf hin, dass in der Sozialversicherung nicht immer eine paritätische Beitragsverteilung erfolgt. Beispiele hierfür sind Sachsen, wo Arbeitnehmer mehr zur Pflegeversicherung beitragen, oder die Krankenversicherung, deren Zusatzbeitrag einige Jahre lang ausschließlich von Arbeitnehmern getragen wurde.
Ein Blick nach Österreich zeigt, wie es anders gehen könnte: Dort sind die Renten höher, allerdings auch der Beitragssatz mit 22,8 Prozent. Die Arbeitgeber übernehmen 12,55 Prozentpunkte, während die Arbeitnehmer 10,25 Prozent tragen. Dieses Modell dient der Linken als Inspiration für ihre vorgeschlagene Reform.

