Neuer Schwung für die Automobilbranche: Autogipfel als Taktgeber
Der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) äußerte sich kritisch über den jüngst stattfindenden Autogipfel im Kanzleramt und forderte mehr als nur eine Schauveranstaltung. Er mahnte zur Umsetzung konkreter politischer Maßnahmen, um Kaufanreize zu schaffen, Perspektiven für saubere Hybridfahrzeuge zu bieten und einen technologieneutralen Pfad zur Klimaneutralität zu ebnen. Insbesondere der versprochene Industriestrompreis müsse in politische Handlungen münden.
Ein besonderer Fokus sollte dabei auf die Zulieferindustrie gelegt werden, die beachtliche 75 Prozent der Wertschöpfung im Automobilbau beisteuert. Barke unterstrich die Bedeutung, den CO2-Ausstoß künftig entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu bewerten. Rund 40.000 Arbeitsplätze in dieser Branche sprechen eine deutliche Sprache, wenn es um die Wichtigkeit des Sektors in der saarländischen Wirtschaft geht.
In Bezug auf den Wandel von Verbrennungsmotoren zu Elektroantrieben betonte der Minister die Notwendigkeit eines flexiblen Übergangs, insbesondere dort, wo Hersteller verstärkt emissionsarmen und lokal produzierten Stahl verwenden. Der Transformationsprozess der Automobil- und Zulieferindustrie sollte nicht getrennt, sondern parallel betrachtet werden. Die Politik sei in der Pflicht, die Emissionsziele vorzugeben, doch sollten die Unternehmen und ihre Ingenieure den bestmöglichen Weg dorthin selbst entwickeln. Elektromobilität gilt hier als Leittechnologie, die durch weitere offene Lösungsansätze ergänzt werden könnte.

