Formel 1

Neue Zeitrechnung bei Red Bull - aber was macht Verstappen?

25. Juli 2025, 15:14 Uhr · Quelle: dpa
Max Verstappen zeigt sich unbeeindruckt von der Absetzung seines Chefs Christian Horner und konzentriert sich auf den bevorstehenden GP in Spa-Francorchamps. Der Weltmeister reflektiert über seine Zukunft im Team und die Herausforderungen der aktuellen Saison.

Spa-Francorchamps (dpa) - Mit zu vielen Gedanken an den Rauswurf seines langjährigen Chefs Christian Horner und über die Probleme der Vergangenheit will Max Verstappen keine Zeit verschwenden. «Zurückzuschauen macht für mich keinen Sinn. Das macht dich auch nicht schneller», sagte der Formel-1-Weltmeister. Stattdessen zähle für den Titelverteidiger vor dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) nur, «dass wir am Auto arbeiten und es wieder so schnell wie möglich machen».

Dass beim Red-Bull-Rennstall um den Niederländer am Wochenende eine neue Zeitrechnung beginnt, ist für den 27-Jährigen eher Nebensache. 20 Jahre lang stand Horner dem Team vor, bevor er vor gut zwei Wochen unsanft abgesetzt wurde. Unter anderem acht Fahrertitel - vier von Verstappen und vier von Sebastian Vettel - feierte Red Bull unter der Regie des Engländers. Doch die vergangenen 18 Monate verliefen nicht nach Plan, McLaren um WM-Spitzenreiter Oscar Piastri zog vorbei. Das sorgte nicht nur bei Verstappen für Frust.

Verstappen gibt sich unschuldig am Horner-Aus

«Das Management hat beschlossen, das Schiff in eine andere Richtung zu lenken», sagte Verstappen. Deswegen übernimmt der Franzose Laurent Mekies (48), bekommt aber weniger Macht als Horner, der bei allen Entscheidungen das letzte Wort hatte. Er habe keinen Druck gemacht, Horner abzusetzen, sei auch nur über den Schritt informiert worden, sagte Verstappen. Die beiden kennen sich lange, Horner holte ihn im Alter von gerade mal 18 vom eigenen Nachwuchsteam in den Red Bull. Gleich das erste Rennen gewann der Teenager, es folgte eine steile Karriere mit Jahren der Dominanz.

Verstappen erzählte im Fahrerlager in Belgien, dass er weiter mit Horner im Austausch sei, genau wie Teamkollege Yuki Tsunoda. «Wir hatten in dieser Woche schon Kontakt», sagte der Japaner. Verstappen vermied direkte Kritik an Horner und dankte ihm sogar. Sein Vater Jos Verstappen hatte den Ex-Boss dafür schon öfter öffentlich attackiert, auch im Skandal rund um angebliches persönliches Fehlverhalten Horners im Umgang mit einer Mitarbeiterin. Auch diese Affäre trug neben der sportlichen Misere ihren Teil zur Abberufung bei.

Offene Zukunft: «Das Leben ist unvorhersehbar»

Die Formel 1 sei ein knallhartes Geschäft - Verantwortliche kommen und gehen, meinte Verstappen. «Solche Dinge können passieren. Ich bin der Fahrer, andere entscheiden das», sagte der 65-malige Grand-Prix-Sieger. Dass Horner weg ist, habe jedenfalls «keinen Einfluss» auf seine Zukunftsentscheidung, betonte Verstappen: «Wir haben großartige Jahre gehabt.»

Ob es weitere geben wird? Das scheint offen. Denn seit Monaten wird über einen vorzeitigen Abschied des Gesichts von Red Bull Racing spekuliert. Eigentlich besitzt der Topfahrer noch einen Vertrag bis Ende 2028, über Ausstiegsklauseln gibt es viele Gerüchte. «Es gibt auch die Möglichkeit, dass ich morgen nicht mehr aufwache. Dann fahre ich gar nicht mehr», antwortete er einem Journalisten auf die Frage, ob er sich einem anderen Team anschließen will. «Das Leben ist unvorhersehbar, aber ich bin glücklich darüber, wo ich bin.»

Kein Wechsel zu Mercedes - oder erst später?

Es sei weiterhin der Plan, «dass ich bis zum Ende meiner Karriere hier fahre», ergänzte Verstappen. Was diese Worte wert sind, werden die kommenden Monate zeigen. Vor allem Mercedes zeigt Interesse an dem Ausnahmekönner, wird in der kommenden Saison aber wohl weiter auf die Stammfahrer George Russell (27/Großbritannien) und Kimi Antonelli (18/Italien) setzen. Das muss aber nicht heißen, dass Verstappen mittelfristig nicht doch zum Werksteam des deutschen Autobauers wechselt, wenn es bei Red Bull weiter nicht läuft.

Der neue Chef Mekies will unbedingt für neue Erfolge sorgen - mit Verstappen. «Max will ein schnelles Auto. Wenn es uns gelingt, ihm das zu geben, kommt alles andere ganz automatisch», sagte der Franzose bei einer ersten Pressekonferenz im neuen Amt. Das Ziel sei es, «dass es eine einfache Entscheidung für Max wird», beim Rennstall zu bleiben, betonte Mekies.

Verstappen vor Heimspiel motiviert

Verstappens ganzer Fokus gilt aber den nächsten Rennen, auch wenn die Aussichten auf Titel Nummer fünf in seinem zu schwachen Auto schlecht sind. Auf der Traditionsstrecke in Spa-Francorchamps würde er gerne an alte Erfolge anknüpfen. Dreimal nacheinander gewann er bis 2023 auf dem anspruchsvollen Kurs in den Ardennen. Der Grand Prix ist auch besonders, weil er in Belgien geboren wurde und auch einen belgischen Pass hatte, bis er 18 Jahre alt wurde. Tausende Fans werden aus den Niederlanden kommen, um ihm zuzujubeln.

Vor dem 13. von 24 Saisonläufen ist Verstappen nur Dritter der Gesamtwertung, hat schon 69 Punkte Rückstand auf Piastri. An Motivation mangelt es ihm aber nicht: «Spa ist ein Klassiker und seit jeher meine Lieblingsstrecke im Kalender. Für mich ist das wie ein zweites Heimrennen.»

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25.07.2025 · 15:14 Uhr
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