Neue Verteidigungsstrategie der USA: Ein Signal an Europa und Fokus auf die westliche Hemisphäre
Die USA setzen weiterhin auf die Bedeutung der Nato, jedoch mit einer verschobenen Prioritätenliste zugunsten der eigenen Verteidigung und der umliegenden Regionen. Die neue nationale Verteidigungsstrategie von US-Präsident Donald Trump hebt besonders die Abschreckung gegenüber China und die Betonung der Selbstverantwortung Europas hervor.
Europa wird in der Strategie klar angesprochen: Die konventionelle Verteidigung obliegt in erster Linie den europäischen Nationen selbst. Die USA wollen zwar eine zentrale Rolle innerhalb der Nato behalten, planen jedoch, ihre Präsenz in Europa strategisch neu auszurichten. Unterstützungen sollen entschieden, aber begrenzt erfolgen. Die Nato-Vereinbarung fordert inzwischen eine Verstärkung der Verteidigungsausgaben, die durch Russlands Aggressionen in der Ukraine motiviert wurden.
In der westlichen Hemisphäre lenkt Trumps Leitmotiv "America First" den Fokus auf die Sicherung und den Schutz der eigenen Grenzen. Ein wesentliches Projekt ist das Raketenabwehrsystem "Golden Dome" auf Grönland. Doch der Anspruch geht weiter: Die USA wollen militärische und wirtschaftliche Interessen im Amerikanischen Doppelkontinent, am Panamakanal und im Golf von Mexiko aktiv verteidigen.
Gegenüber China setzt die Strategie auf Stärke statt Konfrontation. Der Indo-Pazifik als bedeutender Handelsraum steht im Fokus eines angestrebten Machtgleichgewichts. Trotz freundlicheren Tönen im Handelskonflikt bleibt die strategische Abschreckung ein zentraler Punkt.
Der Umgang mit Russland zeichnet ein anderes Bild: Die USA sehen Russland als beherrschbare Bedrohung, während die Hauptverantwortung für die Ukraine bei Europa liegt. Die Strategie unterstreicht erneut den Eindruck, dass Europa einer größeren Verantwortung gerecht werden müsse.
Insgesamt zeigt sich die Verteidigungsstrategie pragmatischer, jedoch weiterhin von der Linie "America First" geprägt. Sie folgt auf die nationale Sicherheitsstrategie, welche die transatlantische Zusammenarbeit kritisch beleuchtete.

