Neue Gesprächsrunde in Istanbul: Hoffnungsschimmer für eine Waffenruhe in der Ukraine?
Ein weiteres Kapitel im zähen Ringen um Frieden im Ukraine-Konflikt könnte sich am kommenden Montag in Istanbul abzeichnen. Russland hat vorgeschlagen, an diesem Tag in der türkischen Metropole direkte Gespräche mit der ukrainischen Delegation zu führen. Ziel ist es, ein Memorandum zu präsentieren, das die russische Haltung zu den Ursachen der Krise darlegt. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow mitteilte, ist die russische Delegation bereit, ergänzende Erklärungen abzugeben, um die Position Russlands ausführlich darzulegen.
Wladimir Medinski, der bereits im Mai bei den ersten direkten Verhandlungen in Istanbul eine zentrale Rolle spielte, hat via Telegram bestätigt, dass er mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umjerow in Kontakt stehe. Medinski schlug einen konkreten Ort und Zeitpunkt für das nächste Treffen vor, um die Memoranden auszutauschen und die Verhandlungsführung weiter voranzutreiben. Die russische Seite zeigt sich offen für Diskussionen über mögliche Feuerpausen, betonte Medinski.
Rustem Umjerow äußerte sich auf der Plattform X dazu und unterstrich die Notwendigkeit einer zügigen Zustellung des russischen Memorandums, um die Begegnung produktiv zu gestalten. Er bekräftigte die Gesprächsbereitschaft der Ukraine und die Hoffnung auf greifbare Ergebnisse, insbesondere in Hinblick auf eine bedingungslose Waffenruhe. Umjerow kritisierte gleichzeitig das Zögern Moskaus und pochte auf eine präparierte Grundlage für die Gespräche.
Die Verhandlungen im Mai hatten nach längerer Unterbrechung erstmals wieder zu einer Entspannung geführt, wenngleich das Ergebnis lediglich ein Gefangenenaustausch war. Die Ukraine, in Verteidigung gegen die andauernde russische Invasion, hat einen 30-tägigen Waffenstillstandsvorschlag der USA akzeptiert. Russland hingegen bleibt bei seinen harten Forderungen, darunter die Entwaffnung der Ukraine und deren erneute Eingliederung unter russische Dominanz.

