Neuausrichtung der Deutschen Flugsicherung: Staatliche Unterstützung für zukunftsfähige Infrastruktur geplant
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) plant eine grundlegende finanzielle Neustrukturierung. Das bundeseigene Unternehmen, das sowohl zivile als auch militärische Infrastruktur bereitstellt, finanziert bislang einen Großteil seines Budgets durch Gebühreneinnahmen von zivilen Fluggesellschaften für Überflüge sowie Starts und Landungen. Militärische Flüge hingegen tragen aufgrund ihrer geringen Anzahl nur rund fünf Prozent zu den Einnahmen bei, obwohl sie ebenfalls kostenpflichtig sind.
In einem Konzept, das bereits der Bundesregierung vorliegt, schlägt die DFS vor, dass der Bund künftig 25 Prozent ihres Budgets übernimmt, also etwa 350 Millionen Euro pro Jahr. Damit möchte die DFS sicherstellen, dass der hoheitliche Auftrag, wie die 24/7-Erreichbarkeit der deutschen Flughäfen und die Überwachung des deutschen Luftraums, angemessen finanziert wird. DFS-Chef Arndt Schoenemann betont, dass zivile Lotsen auch in Krisensituationen unerlässlich sind, da eine eigenständige militärische Flugsicherung in Deutschland seit Jahren nicht mehr existiert.
Ab 2027 sollen die zusätzlichen Mittel des Bundes bereitgestellt werden, um den wachsenden militärischen Anforderungen gerecht zu werden. Schon nach dem russischen Cyberangriff auf die Büro-Infrastruktur der DFS wurden zusätzliche Fachkräfte eingestellt und neue Technik angeschafft. Investitionen in Flugsicherungssysteme laufen derzeit unabhängig von diesen Vorfällen.
Zivilen Fluggesellschaften könnte durch die Umsetzung dieses Konzepts eine finanzielle Entlastung winken, da sie derzeit die Flugsicherungsgebühren auf die Passagiere umlegen. Schoenemann zeigt Verständnis für Forderungen, die Steuer- und Gebührenlast für Flüge in Deutschland zu reduzieren, da die Infrastruktur der Flugsicherung nicht alleine von den Airlines finanziert werden sollte.

