Netanjahu reist zu Krisengesprächen in die USA: Hoffnung auf Fortschritte im Gaza-Konflikt
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu begibt sich nach Washington, um mit US-Präsident Donald Trump über den anhaltenden Gaza-Konflikt und die Situation im Iran zu sprechen. Trumps Priorität ist es, eine Waffenruhe herbeizuführen und verbleibende Geiseln zu befreien, wie ein US-Beamter erläuterte. Netanjahu plant, vor seiner Abreise das israelische Sicherheitskabinett zu konsultieren, um die nächsten Schritte im Kampf gegen die Hamas zu erörtern.
Die USA drängen Israel darauf, endlich eine Einigung im seit über 20 Monaten währenden Konflikt zu erreichen. Israel zeigt sich bereit, in Verhandlungen Zugeständnisse zu machen, um die Freilassung von Geiseln und eine Feuerpause zu erwirken. Allerdings möchte Israel nicht im Voraus zusichern, dass eine Waffenruhe auch das Kriegsende bedeutet, eine Forderung der Hamas.
Die Dringlichkeit einer Lösung wird durch die zunehmende Bedrohung der Geiseln im chaotischen Gazastreifen unterstrichen, wo mittlerweile rivalisierende Clans an Einfluss gewinnen. Fortschritte bei den Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln bleiben jedoch aus. Israels Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, führt diese Woche in Washington Gespräche, um die Vermittlungsbemühungen wiederzubeleben.
Netanjahu hat erklärt, die Rückkehr der Geiseln habe oberste Priorität, auch wenn der Sieg über die Hamas langfristig ein Ziel bleibe. Er wartet auf die Ergebnisse der Gespräche in Washington, bevor das Kabinett über weitere Schritte im Gazastreifen entscheidet. Unterdessen setzt sich der Konflikt vor Ort fort, einschließlich eines folgenschweren Angriffs im nördlichen Gaza, bei dem über 30 Menschen ums Leben kamen. Die israelische Armee berichtete, es seien Hamas-Mitglieder das Ziel gewesen, während auf palästinensischer Seite von einem Angriff auf ein Café die Rede ist.
Das israelische Militär überprüft mittlerweile ihre Verfahren zum Schutz humanitärer Verteilzentren, nachdem bei mehreren Vorfällen, bei denen auf Menschenmengen geschossen wurde, ein hoher Blutzoll gezahlt wurde. Verteilt werden die Güter durch die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF), deren Zentren durch private US-Sicherheitsfirmen betrieben und von israelischen Kräften gesichert werden.
Insbesondere in der Nähe dieser Verteilstellen kam es zu erheblichem Verlust von Menschenleben. Während israelische Quellen die Opferzahlen als übertrieben abtun, gibt es keine unabhängigen Bestätigungen für die Zahlen seitens beider Kontrahenten. In einem Bemühen, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, hatte Israel die GHF-Zentren installiert, nachdem der Gazastreifen wochenlang blockiert war.

