Nestlé wehrt sich gegen Foodwatch-Anschuldigungen: Drohung mit rechtlichen Schritten
Nestlé sieht sich im Fall von angeblich verunreinigter Säuglingsnahrung mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert und geht nun in die Offensive. Die Nichtregierungsorganisation Foodwatch hat gegen das Unternehmen Anschuldigungen erhoben, die Nestlé als Falschbehauptungen bezeichnet. In einem offenen Brief droht der Konzern der NGO mit rechtlichen Schritten für den Fall, dass falsche oder irreführende Informationen über das Unternehmen verbreitet werden.
In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AWP am Sonntag vorlag, verteidigt Nestlé seine Handlungen im Umgang mit den Rückrufen von betroffenen Produkten. Der Konzern betont, dass die Rückrufaktionen prompt nach Bestätigung der Probleme erfolgt seien und wies Vorwürfe des verspäteten Handelns, der Fahrlässigkeit bei der Produktsicherheit sowie der Vertuschung möglicher Krankheitsfälle entschieden zurück. Nestlé stellte klar, dass bislang keine wissenschaftlichen Berichte existieren, die einen direkten Zusammenhang zwischen den Rückrufen und gesundheitlichen Beschwerden nachweisen konnten.
Der Hintergrund für Nestlés Brief ist eine rechtliche Beschwerde von Foodwatch, die am vorherigen Donnerstag in Paris eingebracht wurde. Die Klage richtet sich gegen mehrere Nahrungsmittelkonzerne, darunter auch Nestlé und Danone, im Kontext von Rückrufen wegen des möglichen Vorkommens des Bakteriengiftes Cereulid. Unterstützt wird die Klage von acht Familien aus Frankreich, deren neun Kinder erkrankten. Laut Foodwatch seien gesundheitsgefährdende Produkte in den Handel gelangt, was die NGO den Konzernen zur Last legt.

