Nestlé setzt auf Wachstum: Investitionen in Top-Marken und Einsparungen im Einkauf
Der bekannte Nahrungsmittelkonzern Nestlé plant eine kräftige Wachstumsförderung durch gezielte Investitionen in seine Kernmarken. Um dies zu finanzieren, will das Unternehmen signifikante Einsparungen, vor allem im Einkauf, realisieren. Konzernchef Laurent Freixe betonte, dass ein Großteil der angestrebten Einsparungen rasch umsetzbar sei und im Rahmen der jüngst veröffentlichten Geschäftszahlen detailliert vorgestellt wurde. Trotz eines Rückgangs von Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr, fiel dieser weniger dramatisch aus als befürchtet, was dem Aktienkurs erfreulichen Auftrieb gab.
Anleger reagierten positiv auf die Jahreszahlen: Die Nestlé-Aktie stieg zuletzt um sechs Prozent. Analysten, wie Andreas von Arx von der Baader Bank, hoben die übertroffenen Unternehmensziele hervor, insbesondere den moderater als erwarteten Umsatzrückgang. Einer der Händler kommentierte, dass die Abwesenheit negativer Überraschungen viele Investoren zurückkehren ließ.
Freixe, der seit November als neuer CEO fungiert, hat ehrgeizige Sparpläne vorgestellt, die bis Ende 2027 Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Franken vorsehen. Diese sollen starke Marketinginvestitionen finanzieren. Freixe erklärte, dass der Einkauf, bei dem Nestlé rund 60 Milliarden Franken aufwendet, einen großen Hebel für Einsparungen darstelle. Während über potenzielle Stellenstreichungen keine konkreten Informationen gegeben wurden, stehen Effizienzsteigerungen weiterhin im Fokus.
Nestlé sieht in Wachstumsinitiativen eine langfristige Perspektive und plant, seine Marken wie Nespresso oder spezielles Katzenfutter weiterzuentwickeln. Zusätzliche Wachstumschancen werden im Gewichtsmanagement und der Frauengesundheit erwartet. Allerdings bleiben das aktuelle Wirtschaftsumfeld und die Inflation als Risiken bestehen, während neue Handelspolitiken der US-Regierung beobachtet werden. Nestlé produziert 90 Prozent seines Sortiments für China und die USA lokal, was die Abhängigkeit vom globalen Handel vermindert.
Trotz Herausforderungen wie schwacher Nachfrage und hohem Kostendruck, konnte Nestlé im Jahr 2024 ein bereinigtes Wachstum von 2,2 Prozent erzielen. Der Gewinn sank um 2,9 Prozent, doch die Dividende soll um fünf Rappen erhöht werden. Für 2025 strebt das Management weiteres organisches Wachstum an, mit einer angestrebten operativen Ergebnismarge von 16 Prozent oder mehr. Mittel- und langfristig bleibt man auf Kurs, diese Werte weiter zu steigern.

