Nemetschek knackt Umsatzmilliarde: Wachstum durch Digitalisierungsschub
Das Spezialsoftwareunternehmen Nemetschek, bekannt für seine Lösungen in der Bau- und Medienbranche, hat erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro überschritten. Laut vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Ein wichtiger Faktor für dieses Wachstum war die Übernahme von GoCanvas.
Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 23,3 Prozent auf 371,1 Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 31,2 Prozent, womit sowohl Umsatz als auch Profitabilität im Rahmen der Erwartungen des Unternehmens lagen. Noch im Sommer hatte Nemetschek seine Umsatzprognose nach oben korrigiert.
Im vierten Quartal konnte das Unternehmen weitere Erfolge verzeichnen. Hier stieg der Umsatz um knapp 12 Prozent auf 325,3 Millionen Euro, was insbesondere der starken Performance im Bau-Segment zu verdanken ist. Die operative Marge erreichte dabei 32,9 Prozent.
Konzernchef Yves Padrines zeigte sich angesichts der Zahlen optimistisch und betonte die neuen Wachstumsmöglichkeiten durch fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bauwirtschaft. Für das kommende Jahr und die Zeit darüber hinaus erwartet das Unternehmen anhaltend starkes und nachhaltiges Wachstum.
Beobachter am Aktienmarkt zeigten sich jedoch zunächst verhalten. Die im MDax notierte Aktie schwankte nach einem guten Start um den Vortagesschluss und rutschte bis zum späten Vormittag ins Minus. Die Aktie fiel zuvor auf ein Tief von 72,80 Euro und notiert aktuell um 76 Euro.
JP Morgan-Analyst Joseph George deutete an, dass Währungseffekte das letzte Quartal belastet hätten. Trotz dessen schnitt Nemetschek beim um Währungseinflüsse bereinigten Umsatz besser als erwartet ab, während die Marge leicht unter den Prognosen lag. Weitere Details und die Prognose für das Jahr 2026 plant das Unternehmen am 19. März vorzustellen.

