Nadelrevolver im Fokus: Bundestag debattiert über Gesetzesänderung
Im Bundesinnenministerium fand kürzlich ein aufschlussreicher Test statt: Polizisten demonstrierten die potenziellen Gefahren eines neu entwickelten Nadelrevolvers. Die Ergebnisse waren eindeutig, denn die Waffe durchdrang sowohl einen Seifenblock als auch eine Schutzweste – ein überzeugendes Argument gegen eine mögliche Freigabe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) äußerte sich entschieden gegen eine Genehmigung für den Einsatz dieses revolvers und wies auf dessen erhebliches Gefährdungspotenzial hin. Am Abend steht der Bundestag vor einer wegweisenden Entscheidung: Eine Abstimmung über eine Änderung des Waffengesetzes steht auf der Tagesordnung, die den Nadelrevolver erlaubnispflichtig machen würde.
Ohne diese Änderung wäre die Waffe frei verkäuflich. In einem Statement betonte das Innenministerium, dass durch neue Entwicklungen in der Waffentechnik selbst von Druckluftwaffen eine potenziell tödliche Wirkung ausgehen könnte. In Deutschland unterliegt der Erwerb einer erlaubnispflichtigen Waffe strengen Bedingungen. Es werden Kenntnisse, Zuverlässigkeit und eine besondere Eignung vorausgesetzt. Zudem muss der Besitzer ein begründetes 'Bedürfnis' wie Jagd oder Sportschießen nachweisen.
Minister Dobrindt ließ sich auch die Wirkung von Tasern vorführen, die die Bundespolizei zukünftig ausstatten sollen – vorausgesetzt, es erfolgt eine rechtliche Anpassung. Für die Anschaffung von 2.000 Tasern sind die Haushaltsmittel bereits bewilligt, doch das Vorhaben ist umstritten. Während die Bundespolizei die Geräte als wichtigen Lückenfüller zwischen Schusswaffe und Schlagstock sieht, äußerten Politiker wie Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) und die Partei Die Linke Bedenken.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet zwar deren Einsatz, warnt aber davor, die Taser als Allheilmittel zu betrachten.

