Nach fünf Jahren Qualen: Entwicklerstudio äußert sich zu gestopptem Prince of Persia Remake
Der Traum ist ausgeträumt! Über fünf Jahre nach der initialen Ankündigung hat Ubisoft das heiß erwartete Remake von Prince of Persia The Sands of Time endgültig zu Grabe getragen. Das ursprünglich für Januar 2021 geplante Projekt durchlitt eine derart chaotische Entwicklungsphase, dass der Publisher nun die Reißleine zog und sechs Titel im Zuge einer drastischen Unternehmensumstrukturierung einstellte. Nun meldete sich das betroffene Entwicklerstudio erstmals zu Wort – und die Erklärung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Offizielle Begründung bleibt diffus
Auf der offiziellen Prince of Persia Twitter-Seite veröffentlichte Ubisoft ein Statement, das die Enttäuschung langjähriger Fans anerkennt und beteuert, das Projekt habe „echtes Potenzial“ besessen. Allerdings habe das Studio nicht das „Qualitätsniveau erreichen können, das Spieler verdienen“. Die Fortsetzung der Entwicklung hätte „mehr Zeit und Investitionen erfordert, als vernünftigerweise zugemutet werden konnten“. Diese nebulöse Formulierung verschleiert jedoch, was konkret schiefgelaufen ist. Das Remake wurde ursprünglich für den 21. Januar 2021 angekündigt, dann auf März 2021 verschoben, nachdem Fans die antiquiert wirkende Grafik heftig kritisierten – paradoxerweise trotz Einsatzes der neuesten Anvil-Engine-Version von Ubisoft. Seitdem wechselte das Projekt mehrfach die verantwortlichen Teams, wanderte von Ubisoft Pune und Mumbai zu Ubisoft Montreal, ohne jemals einen konkreten Releasetermin zu erhalten.
Das Ende einer Renaissance
Die Streichung des Sands of Time Remakes markiert womöglich den Todesstoß für eine Franchise, die gerade ihre Wiedergeburt zu feiern schien. Vergangenes Jahr lehnte Ubisoft bereits eine Fortsetzung zu Prince of Persia The Lost Crown ab – dem ersten substanziellen Serienableger seit 14 Jahren – und löste das Entwicklerteam auf, um die Mitglieder auf andere Projekte zu verteilen. Der Verlust dieses Remakes eines der ikonischsten Titel der Reihe fühlt sich an wie der letzte Nagel im Sarg. Ubisoft beteuert zwar, die Marke bleibe wichtig und werde nicht komplett aufgegeben, doch die Realität spricht eine andere Sprache: Das Unternehmen fokussiert sich künftig verstärkt auf Open-World-Blockbuster und Live-Service-Titel – Genre, in denen Prince of Persia nie heimisch war.
Fünf Jahre ohne greifbares Ergebnis
Besonders pikant erscheint Ubisofts Behauptung, das Remake hätte mehr Ressourcen verschlungen, als man sich leisten könne – und das über fünf Jahre nach der Erstankündigung. Was genau trieb das Studio während dieser halben Dekade? Gerüchte deuteten noch im Dezember 2025 auf eine bevorstehende Veröffentlichung im Januar 2026 hin, was nahelegt, dass das Projekt in fortgeschrittener Entwicklung steckte. Die Summe der bereits investierten Finanzmittel und Arbeitsstunden muss astronomisch sein, doch Ubisoft schweigt eisern über Details zum katastrophalen Entwicklungszyklus. Die vage Formulierung, man wolle „nichts veröffentlichen, das hinter dem zurückbleibt, was The Sands of Time repräsentiert“, klingt nach nachträglicher Rationalisierung einer ohnehin feststehenden Entscheidung.
Industrieweite Implikationen
Die Absage reiht sich ein in eine Serie katastrophaler Nachrichten von Ubisoft, das bereits 2024 und April 2025 hunderte Mitarbeiter entlassen hatte. Die aktuelle „organisatorische, operative und Portfolio-Neujustierung“ führte zur Streichung von insgesamt sechs Projekten und zur Verschiebung von sieben weiteren Titeln. Der Aktienkurs des Unternehmens dümpelt auf historischem Tiefstand, während Investoren zunehmend das Vertrauen verlieren. Prince of Persia – einst eine tragende Säule in Ubisofts Portfolio – scheint endgültig dem Rotstift zum Opfer gefallen zu sein, während sich der Publisher verzweifelt an Assassin’s Creed und Far Cry klammert. Die Botschaft an Entwickler und Fans ist unmissverständlich: Nur massenmarkttaugliche Franchises mit Monetarisierungspotenzial verdienen noch Aufmerksamkeit.


