Moskau setzt Bedingungen für Gipfeltreffen: Ein schwieriger Balanceakt
In einer überraschenden Kehrtwende der diplomatischen Vorbereitungen teilt Moskau mit, dass es vorerst keine Grundlage für ein direkter Gipfel zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gebe. In einem Interview mit dem US-Sender NBC erläuterte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass ein Treffen erst möglich sei, wenn eine klare und abgestimmte Tagesordnung vorliege. Diese sei jedoch noch nicht entwickelt.
Ein bedeutender Hemmschuh für die Gespräche ist die geopolitische Ausrichtung der Ukraine. Insbesondere Russlands Forderungen nach einem ukrainischen Verzicht auf die Nato-Mitgliedschaft sowie spezifische Gebietsabtretungen stellen Stolpersteine dar. Selenskyj, so Lawrow, habe diesen Forderungen eine klare Absage erteilt.
Die Lage bleibt angespannt, da Russland im Verlauf der andauernden Invasion größere Teile der östlichen Ukraine militärisch kontrolliert. Konkret handelt es sich um die fast vollständige Einnahme von Luhansk sowie Teile der Regionen Donezk, Saporischschja und Cherson. Während Moskau auf eine Aufgabe dieser Gebiete pocht, hält Kiew weiterhin an seiner territorialen Integrität fest. Darüber hinaus bleibt die bereits seit 2014 unter russischer Kontrolle stehende Krim ein zentraler Punkt der Debatte.

