Morgan Stanley startet Stablecoin-Reserven-Portfolio für institutionelle Investoren

Morgan Stanley hat ein neues Finanzprodukt für Stablecoin-Emittenten eingeführt, das sich an institutionelle Investoren richtet. Mit einer Mindestinvestition von $10 Millionen ist das Stablecoin Reserves Portfolio nicht für Kleinanleger gedacht. Das Portfolio ermöglicht es Stablecoin-Emittenten, die zur Absicherung ihrer digitalen Token hinterlegten Gelder in einen der Geldmarktfonds der Bank zu investieren und dabei Zinsen zu verdienen.
Ein Fonds mit Fokus auf Compliance
Das Portfolio ist Teil des Institutional Liquidity Funds Trust von Morgan Stanley, bekannt als MSNXX. Der Fonds investiert in Bargeld, kurzfristige US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu 93 Tagen und Übernacht-Repo-Geschäfte, die durch diese Staatsanleihen gesichert sind. Ziel ist es, einen stabilen Nettoinventarwert von $1 zu halten, wobei Kapitalerhalt und täglicher Zugang zu den Mitteln im Vordergrund stehen. Eine Verwaltungsgebühr von 0,15% wird erhoben. Der Fonds erfüllt die Anforderungen des GENIUS Act, einem im Juli verabschiedeten US-Bundesgesetz, das erstmals formelle Regeln für Stablecoin-Emittenten in den USA festlegt.
Die Verabschiedung des Gesetzes hat den Weg für Unternehmen wie Western Union und Zelle geebnet, die in den Stablecoin-Markt eingestiegen sind. Amy Oldenburg, Leiterin der Digital Asset Strategy bei Morgan Stanley, erklärte, dass die Zusammenarbeit mit Stablecoin-Emittenten Teil einer umfassenderen Strategie zur Modernisierung der Finanzinfrastruktur sei. Berichten zufolge könnten neben Stablecoin-Emittenten auch andere qualifizierte Investoren Anteile am Fonds erwerben.
Erweiterung der Krypto-Aktivitäten von Morgan Stanley
Das Stablecoin-Produkt ist Teil einer größeren Expansion von Morgan Stanley im Kryptobereich. Anfang des Monats startete die Bank den Morgan Stanley Bitcoin Trust, einen eigenen Bitcoin-ETF, der innerhalb weniger Wochen über $170 Millionen an Nettozuflüssen verzeichnete. Zudem hat das Unternehmen Anträge bei den US-Wertpapieraufsichtsbehörden eingereicht, um Fonds für Ether und gestaktes Solana zu listen. Im Februar wurde ein Antrag auf eine nationale Banklizenz bei der Office of the Comptroller of the Currency eingereicht.
Bei Genehmigung könnte Morgan Stanley Krypto-Assets im Auftrag von Kunden verwalten, Transaktionen durchführen und Überweisungen direkt abwickeln. Morgan Stanley verwaltet über $6 Billionen an Kundenvermögen durch rund 16.000 Finanzberater.
Das Stablecoin Reserves Portfolio positioniert Morgan Stanley nicht nur als Handels- oder Verwahrstelle für digitale Assets, sondern auch als Dienstleister für die Unternehmen, die diese Assets ausgeben. Stablecoin-Emittenten benötigen sichere und regulierte Orte, um die zur Absicherung ihrer Token hinterlegten Gelder oder kurzfristigen Wertpapiere zu parken – und nun bietet sich eine große US-Bank als diese Anlaufstelle an.
Die Daten von Morgan Stanley bestätigen die Einstiegshürde von $10 Millionen, was das Produkt klar im institutionellen Bereich verortet.

